Heuer 31.000 Firmen-Neugründungen in Österreich: Dennoch unter dem EU-Schnitt
- Erster Gründertag soll zusätzliche Impulse geben
In Österreich werden heuer voraussichtlich 31.000 Firmen neu gegründet. Das ist ein Plus von 1.285 gegenüber 2004, erklärten am Donnerstag Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) und Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Das sind 85 Gründungen pro Tag. Wie viele der Neugründungen Scheinselbstständige sind, lasse sich nicht abschätzen, so die Minister. Aus dem Finanzministerium hatte es geheißen, die Zahl sei heuer stark gestiegen.
Mit dem "1. Gründertag" am Donnerstag, dem 20. Oktober, soll das Unternehmertum unterstützt werden, denn noch immer hat Österreich mit 8 Prozent im EU-Vergleich eine zu geringe Selbstständigenquote. Europaweit liegt diese bei 12 Prozent. "Wir sind im internationalen Vergleich noch nicht ganz dort, wo wir sein wollen", so Bartenstein. Insgesamt gibt es in Österreich 290.000 Selbstständige. Ihre "Überlebensquote" liege über dem EU-Schnitt, hieß es. Mittlerweile werden bereits 13 bis 14 Prozent aller Unternehmensgründungen über das Arbeitsmarkt-Service (AMS) vermittelt. 90 Prozent dieser jährlich 4.000 AMS-Firmengründungen gibt es nach 7 Jahren noch, hieß es.
Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) hatte Ende September bekannt gegeben, dass für heuer ein Pleitenrekord erwartet wird. Es drohen mehr als 7.000 Firmenpleiten, alleine in den ersten drei Quartalen 2005 stieg die Zahl der Firmenzusammenbrüche um 18,1 Prozent. Trotz steigender Pleitezahlen ging die Höhe der Verbindlichkeiten um 5,9 Prozent auf 1,709 Mrd. Euro zurück. Dies sei auf das Fehlen von Großinsolvenzen zurückzuführen. Rückläufig war auch die Zahl der betroffenen Dienstnehmer und zwar um 3,3 Prozent auf 15.800 Beschäftigte.
Gestern hatte die im Finanzministerium angesiedelte KIAB (Kontrolle der illegalen Ausländerbeschäftigung) beklagt, dass seit Jahresbeginn die Zahl der Scheinselbstständigen stark zugenommen hat. Es wurden 2005 bereits 350 Scheinselbstständige festgestellt. So wurde bei einem einzigen Betrieb Lohnsteuer für 88 Scheinselbstständige in der Höhe von 202.000 Euro nachgefordert. Alleine in der Landesinnung Wien der Bauhilfsgewerbe gab es heuer im September 4.611 Gewerbeberechtigungen - um 1.428 mehr als noch im April des gleichen Jahres.
(apa)
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