Helle Aufregeung in Frankreich: Das Land verbietet ab dem Jahr 2010 Plastiksackerl!
- Dann nur noch kompostierbare Verpackung erlaubt
- Franzosen-Sackerl brauchen 400 Jahre zum Verwesen
In Frankreich ist der Beschluss der Nationalversammlung, ab 2010 alle nicht kompostierbaren Plastiksackerl und -verpackungen zu verbieten, auf Kritik bei Wirtschaft und Verbraucherverbänden gestoßen. Der Verband der Entsorger von Plastikabfällen bezeichnete die vorgegebene Frist am Mittwoch in Paris als "nicht realistisch". Zur Zeit gebe es noch keine kompostierbaren Ersatzmaterialien, die für alle Arten von Produkten geeignet seien.
Die Verbraucherorganisation Consommation, logement et cadre de vie (CLCV) forderte dagegen ein schnelleres Verbot: Das Problem von 12 Mrd. Plastiksackerl, die jährlich an den Supermarktkassen ausgegeben werden, müsse dringend angegangen werden. Allerdings sei der Ersatz durch kompostierbare Sackerl dabei nicht Allheilmittel. Gleichzeitig müsse der Einsatz von wiederverwendbaren Taschen gefördert werden.
Die Nationalversammlung hatte den umstrittenen Beschluss am Dienstagnachmittag gefasst. Die in Frankreich üblichen, sehr dünnen Plastiksackerl brauchen ungefähr 400 Jahre, bis sie sich aufgelöst haben. Zwar wird ein beträchtlicher Teil der Plastikverpackungen verbrannt, sie landen aber immer noch massenhaft auf den Mülldeponien, von wo aus sie durch den Wind fortgetragen werden und ganze Landstriche verschandeln. Touristenziele wie Teile Korsikas und die Insel Re haben deshalb bereits Verbote ausgesprochen.
Inzwischen sind auch Handelsketten auf das Problem aufmerksam geworden. So teilt die Supermarktkette Auchan inzwischen in der Hälfte ihrer Geschäfte keine Plastiksackerl mehr aus. Großes Problem sind auch Wasserflaschen, die in Frankreich aus Plastik sind und nicht wiederverwertet werden. Das Umweltministerium schlug in einer diese Woche gestarteten Anti-Plastik-Kampagne dafür eine eher ungewöhnliche Lösung vor: Wasser aus dem Wasserhahn trinken und damit den Kauf der Flaschen sparen.
(apa)
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