"Niederlage war unverdient": Nordiren wollen von einer Härteorgie nichts wissen
- Briten erlebten eine "Was-wäre-wenn-Nacht"
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Die nordirische -Nationalmannschaft zog nach der 0:2-Niederlage gegen Österreich bitter enttäuscht aus dem Wiener Happel-Stadion ab. Von einer Härteorgie wollte man wie schon vor einem Jahr beim 3:3 in Belfast nichts wissen, viel mehr trauerte man den vergebenen Chancen in der starken ersten Hälfte beim Stand von 0:0 nach. "Diese Niederlage war unverdient, vor allem in dieser Höhe", meinte Teamchef Lawrie Sanchez, der sich nach Schlusspfiff via Mikrofon bei den rund 1.500 mitgereisten Fans von der Insel bedankte.
Die Gäste hatten sich einen Sieg und damit den dritten Gruppenplatz hinter England und Polen ausgerechnet, dennoch war Sanchez auch mit Platz vier zufrieden und stolz auf sein Team. "Es war wieder eine 'Was-wäre-wenn-Nacht' für uns", verwies Sanchez auf die vielen guten Möglichkeiten des quirligen Stürmers David Healy. "Wenn man nach so einem Spiel mit leeren Händen da steht, dann ist das Pech. Aber wir müssen uns vor solchen Mannschaften nicht verstecken. Das ist die Lehre aus dieser Qualifikation."
Doch ganz ist die Gruppe 6 für Sanchez noch nicht vorbei: "Diese Spiele sind erst vorbei, wenn wir aus ihnen gelernt haben und es besser gemacht haben." Zur ruppigen Gangart seiner Truppe meinte der Teamchef: "Ich finde nicht, dass wir besonders grob zu den Österreichern waren."
Nordiren fühlten sich vom Schiri ungerecht behandelt
Nach der Härteorgie in Wien gegen Nordirland haben sich nicht nur die ÖFB-Spieler, sondern auch die teilweise brutal zu Werke gehenden Insel-Kicker über den griechischen Schiedsrichter Athanassios Briakos beschwert. "Wir sollten ein Video des Spiels zu den FIFA-Verantwortlichen schicken, damit sie über die Qualitäten von Briakos informiert sind", schimpfte Stürmer James Quinn.
Warren Feeney, der in der 57. Minute für Quinn eingewechselt worden war, ging sogar noch einen Schritt weiter: "Der Referee hat unseren Spielern Gelb gezeigt, die Österreicher aber sind bei Fouls ungestraft davongekommen, die mindestens ebenso hart waren", behauptete Feeney und kritisierte vor allem Markus Schopp. "Er ist sehr leicht zu Boden gegangen, er wollte betrügen."
Die eigenwillige Ansicht der Nordiren, deren wildeste Attacken selbst von Ex-Teamchef und ORF-Experten Herbert Prohaska sinngemäß als "reif für einen Zivilprozess" bezeichnet worden waren, wurde offensichtlich auch von deren Medienvertretern geteilt. "Der Schiedsrichter ließ viele Delikte der Heimmannschaft ungeahndet, und am Ende zeigte sich die Frustration der nordirischen Spieler", hatte der "Belfast Telegraph" eine Erklärung für die Härteeinlagen der Nordiren parat.
So grimmig der Einsatz mancher Spieler war, so positiv und freundlich waren die rund 1.500 nach Wien mitgereisten Fans. Sie hatten bereits vor dem Match die Innenstadt in grün gehüllt und die Einheimischen mit ihren Dudelsäcken unterhalten, im Stadion sorgten die Nordiren dann mit ihren unzähligen Fahnen und Bannern für Leben auf der Tribüne. (apa/red)
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