Rapid-Jungstar Ivanschitz ist überzeugt:
"Werden 2008 schlagkräftiges Team haben"
- "Captain Future": "Hicke wäre ein guter Teamchef"
·2:0-Sieg für den ÖFB gegen die Nordiren
BILDER: Brutale Briten & unfähiger Schiedsrichter
·IHRE MEINUNG zum österreichischen Team
Mitreden: Sind Sie mit der Leistung zufrieden?
·DISKUSSION: Wer ist Ihr WM-Favorit?
Was schafft Deutschland? Holt Brasilien den Titel?
Mit der Beförderung von Rapid-Jungstar Andreas Ivanschitz zum Teamkapitän hat Hans Krankl ein klares Zeichen Richtung Zukunft gesetzt. Wenige Tage vor seinem 22. Geburtstag sprach der "Captain Future" aus dem Burgenland im APA-Interview über den 32-monatigen Countdown zur Heim-EM 2008, seine Rolle als Kapitän, seine Auslandsambitionen, den designierten neuen Teamchef Josef Hickersberger und das unglückliche Timing des ÖFB.
APA: Auf das ÖFB-Team warten jetzt im Vorfeld der Heim-EM fast 32 Monate ohne Bewerbspiel, was wird in die dieser Zeit entscheidend sein?
Ivanschitz: Wir müssen die verpasste WM-Quali abhaken und positiv Richtung 2008 blicken. Wir dürfen uns keine Gedanken machen, dass wir nur noch Freundschaftsspiele haben, sondern können uns freuen, dass wir eine EM im eigenen Land haben, für die wir fix qualifiziert sind. Das wird sehr schön und sensationell. In den kommenden Spielen geht es darum, wer dann wirklich bei diesem großen Turnier spielen darf. Deshalb werden wir hoch motiviert sein und die Partien sehr ernst nehmen.
APA: Sie sind erst 21 Jahre alt und trotzdem seit Oktober 2003 jüngster ÖFB-Teamkapitän aller Zeiten. Wie wohl fühlen Sie sich mittlerweile in dieser Rolle?
Ivanschitz: Am Anfang war alles sehr, sehr neu für mich. Angesichts meines Alters muss ich natürlich noch viel lernen, aber ich wachse in diese Rolle immer mehr hinein. Je mehr Erfahrung ich bekomme, umso besser wird es. Auf dem Platz bin ich der Typ, der alles gibt und im Dienste der Mannschaft Fußball spielt. Außerhalb kann jeder zu mir kommen. Ich bin sehr offen und fair und respektiere jeden einzelnen. Das sind die wichtigsten Punkte, die man als Kapitän beachten muss. Und wenn sich jemand mit dem Teamchef nicht reden traut, dann werde ich die Anregungen weiterleiten.
APA: Bis zum ersten EM-Spiel ist noch viel Zeit, sind Sie aber der Meinung, dass ein gewisser Stamm für 2008 bereits gefunden worden ist?
Ivanschitz: 2008 sind viele Spieler in einem sehr guten Fußballeralter. Ich bin sicher, dass wir ein schlagkräftiges Team haben werden. Der Stamm ist sicher bereits gefunden. Man weiß aber, dass in zweieinhalb Jahren sehr viel passieren kann. Es gibt zudem viele gute Spieler, die jetzt sehr jung sind, sich noch in der Entwicklung befinden und bis 2008 viel Erfahrung sammeln werden. Wichtig wird sein, dass einige den Schritt ins Ausland wagen. Denn in England, Italien oder Deutschland wird einfach punkto Tempo ein anderer Fußball gespielt. Wenn möglich, sollten wir 2008 vier bis sechs Top-Legionäre im Team haben.
APA: Wie wichtig wäre für Sie der Sprung ins Ausland?
Ivanschitz: Bei Rapid habe ich alles, was ich brauche. Ich habe einen guten Status in der Mannschaft, kann mich entfalten. Zudem sind auch die Erfolge da, wir sind Meister geworden und haben den Sprung in die Champions League geschafft. Das waren sehr schöne und wertvolle Punkte in meiner Entwicklung. Der nächste Schritt kann aber nur ein Klub im Ausland sein. Es eilt nicht, denn ich fühle mich sehr wohl, aber wenn der Sprung ins Ausland kommt, dann wäre es für meine Entwicklung sehr, sehr positiv.
APA: Wie war die Arbeit unter Interimsteamchef Willi Ruttensteiner?
Ivanschitz: Ich respektiere ihn sehr, weil er gute Arbeit leistet und Tag und Nacht nur an Fußball denkt. Man spürt seinen Ehrgeiz. Diese zehn Tage waren sehr positiv, die Mannschaft hat seine Anregungen aufgenommen, und es wurde gut gearbeitet. Es war eine gute Zeit.
APA: Wäre Josef Hickersberger der ideale Mann, um das Team Richtung 2008 zu führen?
Ivanschitz: Hicke wäre ein guter Teamchef. Dass er es gerne machen würde, ist normal. Wer will nicht bei einer EM dabei sein? Er ist ein Typ, der uns mit seiner Erfahrung und seinen Erfolgen sicher weiterhelfen könnte. Aus Rapid-Sicht würde ich es bedauern, aus Sicht der Nationalmannschaft würde ich es begrüßen. Am liebsten hätte ich ihn bei Rapid und dem Nationalteam, aber das geht leider nicht. Für Rapid wäre es sehr schwer, diese Lücke zu schließen, denn er hat die Mannschaft geformt und zu hundert Prozent zum Verein gepasst.
APA: Wie unangenehm ist die aktuelle Situation bei Rapid angesichts der anhaltenden Trainerdiskussion?
Ivanschitz: Natürlich ist Unruhe drinnen. Und daran hat auch der ÖFB teilweise Schuld, denn der ÖFB hat öffentlich gemacht, dass man Hickersberger unbedingt haben will. Dass der Zeitpunkt unglücklich gewählt wurde, darüber habe ich auch mit Präsident Stickler gesprochen. Er bedauert dies sehr, betonte aber auch, dass er nicht anders handeln konnte. Aber wenn man schon der ÖFB ist, dann muss man so etwas länger zurückhalten können. Man muss auch an Rapid denken, auf uns warten in Meisterschaft und Champions League wichtige Wochen. Das ist eine unnötige Unruhe und Verunsicherung.
(apa/red)
Euro-Krise Spanien16:18
Spanien am AbgrundRettung einer maroden Großbank stößt Spanien tief in den Strudel der Euro-Krise
Steiermark19:54
Tödlicher TauchgangFrau fährt in einen Wasserkanal der Mur. Lenkerin wird nur noch tot geborgen.
EURO 2012 Deutschland19:32
EM ohne DraxlerLöw sortiert vier Spieler aus dem Teamkader aus. Auch Stürmer Cacau nur Zuseher.
