Dienstag, 11. Oktober 2005

Nach Blamage in der Türkei: DFB-Kicker gegen China um Wiedergutmachung bemüht

  • Kahn: "Wollen richtig Gas geben und gewinnen"
  • Klinsmann will von Krise nichts wissen: "Keine Sorge"

Nach der desolaten Leistung bei der 1:2-Schlappe gegen die Türkei will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beim Testspiel heute (20:30 Uhr) in Hamburg gegen China die Scharte wieder auswetzen. Tormann Oliver Kahn sagte am Dienstag, das Team sei nach der Niederlage "am Boden zerstört" gewesen, müsse aber nun ein völlig anderes Gesicht zeigen. "Das Team will gegen China richtig Gas geben und gewinnen".

Bundestrainer Jürgen Klinsmann wünscht sich gegen die vermutlich sehr defensiv eingestellten Asiaten "einen engagierten Auftritt mit viel Tempo und Laufbereitschaft, vor allem beim Spiel ohne Ball". Der chinesischen Mannschaft begegne die DFB-Auswahl mit Respekt, schließlich habe die Volksrepublik jüngst gegen Japan und Südkorea je ein Unentschieden erreicht.

Kahn sehe kein Mentalitätsproblem, sondern sich selbst in der Verantwortung, "den jungen Spielern zu helfen und das Team mit zu führen". Im Moment müsse man den Talenten manche Fehler noch zugestehen, sagte Kahn. Doch sei er zuversichtlich, "dass wir diese Probleme bis zur WM in acht Monaten noch in den Griff bekommen". Nun heiße es, Ruhe zu bewahren und die Entwicklung des Teams langfristig zu betrachten.

Auch Klinsmann will von einer Krise nach den zuletzt schwachen Auftritten der Nationalmannschaft nichts wissen: "Die Fans müssen sich keine Sorgen machen. Wir arbeiten auf den 9. Juni 2006 hin, das Eröffnungsspiel." Er nehme lieber jetzt Rückschläge hin, als im kommenden Sommer: "Es gehört dazu, auch mal was auf die Mütze zu kriegen."

Genervt reagiert er unterdessen aber auf Forderungen, er solle möglichst sofort von Kalifornien zurück nach Deutschland ziehen. Er persönlich sei mit der Situation sehr zufrieden, sagte Klinsmann. Er sei momentan zwei Mal im Monat in Deutschland und insgesamt bestens über den deutschen Fußball und die Bundesliga informiert. Er könne es offenbar nicht allen Recht machen, die sein Gesicht öfter sehen wollten, sagte der frühere 108-fache Nationalstürmer und ergänzte: "Aber ich habe auch gar keine Lust, es allen Recht zu machen."

(apa/red)

11.10.2005 15:08