Montag, 10. Oktober 2005

Das Rückspiel gegen die Briten: In Wien soll es aber kein nordirisches Rugby geben!

  • "Irrereguläre" Härteschlacht ist noch in Erinnerung
  • Teammanager Andi Herzog fordert klar drei Punkte

Fast genau ein Jahr nach der Härtschlacht am 13. Oktober 2004 in Belfast (3:3) gibt es am Mittwoch (12. Oktober) um 20:30 Uhr zum Abschluss der WM-Qualifikation in Wien das Heimspiel der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Nordirland. "Rachegelüste sind fehl am Platz. Wir wollen dem Gegner mit unseren technischen Fähigkeiten Probleme bereiten", meinte Teammanager Andreas Herzog, dessen Ziel ganz klar drei Punkte sind. "Wir wollen die Quali anständig zu Ende bringen und erwarten uns einen Sieg."

Das junge ÖFB-Team müsse laut Herzog lernen, mit Druck - in diesem Fall mit dem geforderten Heimsieg - umzugehen. "Wir müssen der Mannschaft Druck auferlegen, denn 2008 wird es für Österreich den größten Druck aller Zeiten geben. Damit müssen sie leben können."

Im Gegensatz zu Manchester ist diesmal Österreich der Favorit und muss das Spiel machen. Herzog: "Wir werden nicht blind drauf los stürmen und in den ersten Konter laufen. Aber wir müssen den Ton angeben und von Anfang an Druck erzeugen." In den letzten 30 Minuten in Manchester hatte Österreich nach Gelb-Rot für Beckham zwar phasenweise Powerplay gespielt, am Mittwoch soll dabei jedoch deutlich mehr Gefahr erzeugt werden. "Nur Ballbesitz ist zu wenig. Wir brauchen drei, vier Spieler, die vor dem Tor lauern und die Chancen suchen", so der ÖFB-Rekordteamspieler.

"Da ist in unserer Kabine das Blut geschwommen"
Dass es gegen die Nordiren, die nach der 1:0-Sensation gegen England am vergangenen Samstag zu Hause gegen Wales 2:3 verloren haben, unangenehm zugehen kann, weiß man in Österreich. "In Belfast ist es 95 Minuten extrem hart zur Sache gegangen, da ist nach dem Spiel in unserer Kabine das Blut geschwommen", weiß Andi Herzog, der als Spieler selbst unangenehme Erfahrungen gegen Nordirland gesammelt hat. 1995 wurde mit einem 3:5 in Belfast bei extremen Verhältnissen (Wind und Regen) die Chance auf die EM-Teilnahme 1996 verspielt.

2004 hatte in Belfast, wo vom aktuellen Kader Ibertsberger, Feldhofer, Pogatetz, Schopp, Kiesenebner und Ivanschitz eingesetzt worden waren, sehr zum Ärger von Teamchef Hans Krankl der Australier Mark Shield gepfiffen, diesmal leitet der Grieche Athanassios Briakos das Duell. "Normalerweise sollte ein Südeuropäer anders pfeifen, aber wir dürfen uns nicht auf den Schiri verlassen und müssen in den Zweikämpfen ordentlich dagegenhalten", so Herzog.

"Irreregulär" und "Rugby": Krankls Wutausbruch
Nach Schlusspfiff hatte Krankl mit seinem legendären Wutausbruch für Aufsehen gesorgt, der einstige Goalgetter hatte u.a. von "Rugby" gesprochen und den 3:3-Ausgleich der Nordiren in der 94. Minute als "irreregulär" bezeichnet. "Und dieser australische Schiedsrichter hat in Europa nichts verloren", meinte Krankl damals. "Das nächste Mal brauchen wir Boxhandschuhe", hatte sich auch der ansonsten nicht wirklich zimperliche Didi Kühbauer beschwert. Die ÖFB-Verletzenliste nach der Partie sah so aus: Schulterverletzung von Manninger, Mittelhandknochenbruch von Schopp und Ellbogenprellung von Pogatetz.

(apa/red)

10.10.2005 14:41