Kuriose Situation für den ÖFB: Markus Kiesenebner ist laut FIFA nicht gesperrt!
- Die FIFA bestätigte die Spielberechtigung per Fax
- Austrianer mittlerweile ins Teamcamp zurückgekehrt
Zwei Tage vor dem WM-Qualifikations-Heimspiel am Mittwoch in Wien gegen Nordirland erlebte das österreichische Fußball-Nationalteam am Montag eine angenehme Überraschung. Der Austrianer Markus Kiesenebner, der laut TV-Bildern und Aussage mehrerer Spieler wegen Kritik Gelb sah, scheint auf dem offiziellen Spielbericht der England-Partie nicht als gelbverwarnt auf und ist daher auch nicht gesperrt.
Dies bestätigte die FIFA am Montag um 14:38 Uhr per Fax an den ÖFB. Offensichtlich hatte der Schiedsrichter vergessen, die Verwarnung gegen Kiesenebner zu notieren. Lediglich Markus Schopp, Paul Scharner und Rene Aufhauser erhielten gemäß Spielbericht die Gelbe Karte.
Der 26-jährige Kiesenebner kehrte daher am Montagnachmittag umgehend ins Teamcamp zurück und wird dem interimistischen ÖFB-Teamchef Willi Ruttensteiner am Mittwoch im abschließenden Gruppenspiel zur Verfügung stehen.
Neben dem kuriosen Fall Kiesenebner gibt es noch ein weiteres Indiz dafür, dass der spanische Referee Luis Medina Cantalejo nicht seinen besten Tag hatte. Kapitän Andreas Ivanschitz, der in den Match-Daten der offiziellen FIFA-Homepage nach wie vor als gelbverwarnt aufscheint, tut dies auf dem offiziellen FIFA-Spielbericht ebenfalls nicht.
UEFA-Generalinspektor Kapl: "Gelbe Karten nicht anfechtbar"
Beim kuriosen Fall Markus Kiesenebner wurde gemäß der internationalen Fußball-Schiedsrichter-Richtlinien verfahren. "Alles was Gelbe Karten betrifft, ist eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters", erklärte der steirische UEFA-Generalinspektor Gerhard Kapl am Montag der APA. "Gelbe Karten sind im Gegensatz zu Roten Karten nicht anfechtbar", so der ehemalige österreichische Schiedsrichter-Boss, der ergänzte: "Auf UEFA-Ebene sind solche Fälle sehr selten, passieren maximal zwei bis drei Mal pro Jahr."
Ausschlaggebend für das In-Kraft-Treten einer Gelben Karte bzw. einer Sperre sind der Spielbericht des Referees sowie der Spielbericht des UEFA-Delegierten im Stadion. Im Falle von Manchester haben diese übereingestimmt, deshalb ist und bleibt die Entscheidung amtlich. Auch wenn diese offensichtlich falsch ist. Bei Roten Karten ist die Lage anders, gegen diese kann Einspruch erhoben werden. "Bei gravierenden Fehlentscheidung bzw. wenn klar ersichtlich ist, dass der falsche Spieler ausgeschlossen worden ist", so Kapl.
Kapl, der u.a. beim Champions-League-Endspiel 2005 AC Milan - Liverpool UEFA-Delegierter war, ist am Mittwoch in seiner Funktion als UEFA-Generalinspektor in Preßburg beim WM-Quali-Match Slowakei - Russland im Einsatz, am vergangenen Samstag hatte er diese Funktion bei Litauen - Serbien-Montenegro ausgeübt.
(apa)
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