Dienstag, 11. Oktober 2005

Neuer Stern am österreichischen Tennis- Himmel? Eitzinger lässt in Wien aufhorchen

  • Betreuer Skoff überzeugt: "Steht 2007 in Top 50"

Rainer Eitzinger hat am Montag für seine ausgezeichnete Leistung in der ersten Runde der BA-CA-Trophy viel Anerkennung erhalten. Der 22-jährige Tiroler bot nicht nur auf dem Court sehenswertes Tennis, sondern zeigte sich auch abseits eloquent. Geht es nach seinem Betreuer Horst Skoff, dann steht Eitzinger 2007 zumindest in den Top 50.

Schnelle, durchtrainierte Beine, eine sehr schnelle Vorhand, gute Kämpfer-Qualitäten und ein sehr sportliches Auftreten. Eitzinger, der sich still und heimlich auf Platz 229 vorgespielt hat und nach Wien schon an den Top 200 kratzen wird, hat Potenzial. Als Spieler, den man auch gut vermarkten kann. Zumindest verkauft er sich vom Äußeren her mit schulterlangem Haar im "Piratenlook" durchaus auffällig.

Die Halle B, die etwa 2.000 Zuschauer fasst, war voll, und die dichte Atmosphäre in der Nebenhalle spornte den Youngster zum ersten Sieg auf der ATP-Tour an. "Ich möchte im Tennis ganz nach vorne kommen. Aber man muss Schritt für Schritt nach oben gehen, mein nächstes Ziel sind die Top 200", sagte Eitzinger, der auf www.rainereitzinger.at auch über eine eigene Homepage verfügt.

Seine Vorzüge in der Selbstbeschreibung? "Meine Schnelligkeit. Und auch meine Vorhand kann eine Waffe sein." Der 22-Jährige aus Stans (nicht Stams) bei Schwaz in Tirol hat mit fünf Jahren mit dem Tennis begonnen, mit sieben kam er zum Tiroler Tennisverband, seit zweieinhalb Jahren ist er beim ÖTV. Mit den Trainern Thomas Weindorfer und dem vom ÖTV zur Verfügung gestellten Touring-Coach Jürgen Hager hat er sich immer weiter nach oben gearbeitet. Seit nicht ganz einem halben Jahr arbeitet er auch mit dem bisher einzigen österreichischen Stadthallensieger Horst Skoff zusammen.

"Horst eine eine enorme Erfahrung und er hat ein Auge für das Tennis", meint Eitzinger, der schon von klein auf viel gelesen hat und auch mental an sich gearbeitet hat. Mit "Atemtechniken" und sich auf etwas zu "fokussieren" hat er sich intensiv beschäftigt und langsam trägt die Arbeit Früchte.

Geht es nach Skoff, dann ist sein Schützling noch lange nicht am Ende des Weges nach oben. "Ende 2005 Top 200, Ende 2006 Top 100 und 2007 Top 50. Und das ist nur das untere Ende der Fahnenstange", sieht Skoff, der sich selbst als Perfektionist bezeichnet, die Marschrichtung. "Diesen Perfektionismus hat mir der Günter (sein Extrainer Bresnik-Anm.) eingetrichtert."

Laut Skoff trainiert Eitzinger seit Jahren sechs Stunden pro Tag. "Er ist nicht das größte Talent, aber er lernt sehr schnell und perfektioniert es", sagt Skoff, der mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen behauptet, dass Eitzinger bei ihm sehr gut aufgehoben ist. "Der Beste bin ich."

(apa/red)

11.10.2005 10:32