Donnerstag, 13. Oktober 2005

Wahlen in Wien: Meinungsforscher geben dem BZÖ keine Chance - SPÖ unerreichbar!

  • ÖVP - Grüne: Kampf um Platz zwei ist noch offen
  • FPÖ gewinnt dazu: Zehn-Prozent-Marke machbar!

Wenige Tage vor der Wiener Gemeinderatswahl ist für die Meinungsforscher eines klar: Das BZÖ wird den Einzug ins Stadtparlament voraussichtlich nicht schaffen. Einigkeit besteht bei OGM, IFES und Gallup auch darüber, dass die FPÖ zuletzt dazugewonnen hat und für sie die Zehn-Prozent-Marke in Reichweite rückt. Der Kampf um Platz 2 zwischen ÖVP und Grünen ist dagegen noch nicht entschieden, ergab ein APA-Rundruf.

Fritz Karmasin, Chef des Gallup-Institus, und OGM-Politologe Peter Hajek sind sich auch sicher, dass an der absoluten Stimmenmehrheit der SPÖ nicht mehr zu rütteln ist. Lediglich Imma Palme vom SPÖ-nahen IFES-Institut zweifelt noch. "Fix ist das nicht", meinte sie, schließlich wäre eine absolute Stimmenmehrheit einer Partei in einer großen Stadt wie Wien etwas ausgesprochen Außergewöhnliches. Außerdem sei es gut möglich, dass rot-grüne Wechselwähler wegen des scheinbar sicheren SPÖ-Siegs diesmal vermehrt für die Öko-Partei stimmen könnten.

Hajek vermutete dagegen, dass die Ängste der SPÖ vor zu geringer Mobilisierung ihrer Wählerschaft unbegründet sind. Die Sozialdemokraten seien in Wien gut organisiert, und nach dem Motto "Geh Koarl, einmal gehst noch für uns wählen" würde man die Stammwähler schon noch an die Urnen bekommen.

Beim Kampf um Platz 2 hat aus Sicht Hajeks derzeit die ÖVP die besseren Karten: "Das ist aber noch keine ausgemachte Sache. Es kommt darauf an, wer jetzt noch besser mobilisieren kann." Auch für Palme ist diese Frage "spannend, weil da beides möglich ist". Für Karmasin spricht gegen die Grünen, dass sie bei den Wahlergebnissen der Vergangenheit oft unter den Prognosen des Demoskopen gelegen sind.

FPÖ zieht ein - BZÖ wird es nicht schaffen
Bei der FPÖ hält Palme das Ziel der Zweistelligkeit zwar für "Kraftmeierei", es sei aber nicht völlig ausgeschlossen, dass sie dies tatsächlich schaffen könnte. Auch Karmasin sieht mit der Intensivierung des Wahlkampfes Zuwächse für die FPÖ.

Dem BZÖ traut dagegen keiner der drei Meinungsforscher einen Wahlerfolg zu. Gallup sieht das Bündnis gar nur gleichauf mit der KPÖ. Hajek meinte, das Bündnis hätte sich "zumindest ein Thema" für den Wahlkampf zulegen sollen. Die Wähler wüssten nicht, wofür die Partei eigentlich stehe.

Für ein eingültiges Resümee dürfte es derzeit jedenfalls noch zu früh sein. "Die Unsicheren beginnen erst jetzt, sich eine Meinung zu bilden", so Palme. Ähnlich Karmasin: "Verschiebungen finden erst in der letzten Phase statt, das hat man zuletzt in der Steiermark und in Deutschland gesehen." Große Auswirkungen der vergangenen beiden Landtagswahlen erwartet sich übrigens keiner der Meinungsforscher - außer eventuell einen gewissen Mobilisierungseffekt, und zwar für die SPÖ.

(apa)

13.10.2005 09:14