Wien-Wahl als spannender Schlusspunkt: Herbstlicher Wahlreigen geht ins Finale!
- Absolute SP-Mehrheit ist am 23.10. wahrscheinlich
- ÖVP mit Aktionismus - Grünen mit "Wiener Mut"
·Skandal bei ÖVP- Kandidatin Stenzel?
Parkplatz in Volksgarage ohne jahrelang zu warten
·Ton zwischen Grünen und SPÖ wird härter!
Wien: Vassilakou wirft Gusenbauer Arroganz vor
·Grüne: "Kein Grund für ein Krisengerede"
Ziel für die Wien-Wahl: Vassilakou will 18 Prozent
·LT-Wahlen seit 2000: Gewaltige Umbrüche
Schlappen für VP - Grüne Erfolgsserie beendet!
·IHRE MEINUNG: Wien- Wahl & ihre Folgen!
Was sagen Sie zum Abgang von Jörg Haider?
·Wien: Wen werden Sie heute wählen?
Wie geht die Wahl in der
Bundeshauptstadt aus?
Nach den Wahlen in der Steiermark und dem Burgenland steht in der Bundeshauptstadt nun der letzte Urnengang in diesem Herbst bevor. Am 23. Oktober sind rund 1,14 Mio. Wiener aufgerufen, einen neuen Gemeinderat bzw. Landtag zu wählen. Wobei ein weiterer Sieg der SPÖ bevorsteht: Die aktuellen Umfragen sagen der Regierungspartei unter Bürgermeister Michael Häupl eine absolute Stimmenmehrheit voraus.
Seit der Abspaltung des BZÖ von der FPÖ sind im Gemeinderat fünf Fraktionen vertreten. Insgesamt kandidieren landesweit sechs Listen, nämlich neben SPÖ, FPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ auch die KPÖ. In einzelnen Wahlkreisen treten auch das "Wiener Forum" (WIF) und die Sozialistische Linkspartei (SLP) an.
Erstmals darf in Wien schon ab 16 Jahren gewählt werden. Zusätzlich zu den 100 Gemeinderäten bzw. Landtagsabgeordneten wird am 23. Oktober über die Besetzung der Bezirksvertretungen entschieden. Das dafür geplante Ausländerwahlrecht ist am Nein des Verfassungsgerichtshofes gescheitert.
Die Wiener Parteien haben in den vergangene Wochen intensiv um die Wählergunst geworben - wobei der Wahlkampf aber nie sehr spannend geworden ist. Wirklich große Themen bzw. Aufreger gab es nicht. Und auch wenn die Opposition gegen die "rote Allmacht" in Wien wettert: Die Auseinandersetzungen spielten sich häufig zwischen den Oppositionsparteien ab.
SPÖ mit Herz auf Wahlplakaten
Die SPÖ liegt in Wien unangefochten an der Spitze. Sie erreichte 2001 46,91 Prozent der Stimmen. Bedingt durch das mehrheitsfördernde Wahlrecht brachte ihr dies 52 Mandate ein. Im laufenden Wahlkampf setzt die SPÖ unter anderem auf eine Wohlfühl-Kampagne, ein herzförmiges Stadtwappen als Logo - und im Finale vor allem auf ihren Spitzenkandidaten Häupl, der inzwischen in ganz Wien von den Plakatwänden lacht. Laut Umfragen ist für die SPÖ das Erreichen der 55-Prozent-Marke möglich.
Im Rathaus derzeit an zweiter Stelle liegt die ÖVP mit 17 Mandaten. 2001 kam die Volkspartei auf 16,39 Prozent der Stimmen, sie wurde damit hinter der FPÖ Dritter. Nun möchte sie - übrigens genauso wie die Grünen - an Prozentpunkten zulegen und den zweiten Platz erringen. Spitzenkandidat Johannes "Gio" Hahn setzt dabei auf Aktionismus. So versammelte er zuletzt 5.000 Teddybären im Museumsquartier, um seiner Forderung nach zusätzlichen Krippen-Plätzen Nachdruck zu verleihen
Die Grüne Spitzenkandidatin Maria Vassilakou ließ "Wiener Mut" sowie die nicht unbescheidene Ansage "Chefin in Wien" plakatieren. Neben der Klubobfrau ist der nicht amtsführende Stadtrat David Ellensohn mit einer Kontroll-Kampagne und auch Ex-Klubchef Christoph Chorherr präsent. Dieser führt einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf. Die Grünen erreichten 2001 12,45 Prozent der Stimmen. 18 Prozent, so hofft Vassilakou, sollen es diesmal werden.
FPÖ mit bekannten Themen
Der Wahlkampf der FPÖ wird von Beobachtern als "zielgruppenorientiert" bezeichnet, Themen wie Zuwanderung bzw. Integration oder Sicherheit spielen eine große Rolle. Parteichef Heinz-Christian Strache sorgte mit einigen Parolen für Aufsehen: "Duell um Wien" oder "Pummerin statt Muezin" hieß es da etwa. Der Stimmanteil der FPÖ war 2001 bei 20,16 Prozent gelegen. Für die kommenden Wahlen gelten bereits zehn Prozent als Erfolg.
Das BZÖ tritt zum ersten Mal in Wien an. Spannend gestaltete sich vor allem die Frage nach dem Spitzenkandidaten. Der als Favorit gehandelte Ex-FP-Generalsekretär Peter Westenthaler verzichtete letztendlich auf ein Antreten, statt ihm geht nun Hans-Jörg Schimanek ins Rennen. Der ehemalige FP-Landesrat in Niederösterreich rechnet fix mit einem Einzug in den Landtag - ein Ziel, das laut aktuellen Umfragen eher schwer zu erreichen sein wird. In der Steiermark war das BZÖ weit entfernt davon, im Burgenland hatte es nicht kandidiert.
(apa/red)
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