Ein 'heller Kopf' und 'mutiger Vorangeher': Lob für Hahn von VP-Kollegen Pühringer
- ÖVP-Wien holt sich Unterstützung aus Oberösterreich
- Schwarz-Grüne Zusammenarbeit "gangbarer Weg"
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Die Wiener ÖVP hat sich im laufenden Wahlkampf Unterstützung aus Oberösterreich geholt: Landeshauptmann Josef Pühringer (V) trat gemeinsam mit Wiens VP-Spitzenkandidat Johannes Hahn vor die Presse. Dabei wurde nicht nur "die jahrzehntelange Freundschaft" der beiden beschworen. Wirtschaftlich gesehen, könne er ein "Hohelied auf Oberösterreich singen", so Hahn. Bei der Wiener SPÖ stieß Pühringers Engagement hingegen auf Befremden.
Oberösterreich zeige, dass ein Land eigenständige Akzente setzen könne, so Hahn. Das Land läge bei der Arbeitslosenquote und den Genehmigungsfristen für Betriebsansiedelungen deutlich besser und habe weniger Beamte im Sold. "Ein Beispiel, das man nachahmen kann" unterstrich Hahn. Die Wiener SPÖ sei hingegen "das Strukturkonservativste, das es überhaupt in Europa noch gibt".
Auch das Vorbild der OÖ-Landesregierung aus ÖVP und Grünen für Wien wollte Hahn nicht vom Tisch wischen. Es sei nicht auszuschließen, aber momentan nicht aktuell. Grundsätzlich sei eine schwarz-grüne Zusammenarbeit aber "ein gangbarer Weg". Es könne nicht der Sinn von Oppositionsparteien sein, sich einen Wettbewerb zu liefern: "Wer ist der beste Juniorpartner", so Hahn.
Wien sei Dank 70.000 "Auswanderer" seit 1945 die zweitgrößte oberösterreichische Stadt, begründete Pühringer sein Engagement. Diese wolle man noch ein bisschen betreuen. Außerdem sei Hahn "ein heller Kopf", "mutiger Vorangeher" und "konsequenter Mensch", pries er seinen Parteikollegen. "Er hat es in Wien nicht leicht", stelle sich aber tapfer, so Pühringer.
Der Landeshauptmann hob die Bedeutung der Arbeitsmarktpolitik hervor, sprach sich für die von der Wiener VP geforderte Briefwahl auf Landesebene aus und gegen das von den Grünen propagierte Konzept einer "Grundsicherung". Als Einmischung in den Wiener Wahlkampf wollte er sein Erscheinen jedoch nicht verstanden wissen: "Ich menge mich nicht in den Wahlkampf ein, ich bin da, um zu unterstützen."
Dies sah Wiens Vizebürgermeister Sepp Rieder (S) im APA-Gespräch anders. Man tue Österreich nichts Gutes, wenn man beginne, sich gegenseitig aufzurechnen. Er halte nichts davon, dass Wiener Politiker mit Parteikollegen "auf den eigenen Wirtschaftsstandort losgehen", beschied er in Richtung Hahn. Es zeuge nicht von Selbstbewusstsein, wenn sich der Wiener VP-Chef zuerst "die Schutzmantel-Madonna Wolfgang Schüssel" und nun Josef Pühringer zu Hilfe hole. (apa/red)
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