"Kein Grund für Krisengerede": Glawischnig zeigt sich auf Grünen-Klubklausur optimistisch
- Wien-Wahlkampf in Endphase: Vassilakou will 18%
- Frauen, Umwelt und Bildung als Themenschwerpunkte
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Die Grünen sehen trotz der Niederlagen bei den Landtagswahlen in der Steiermark und im Burgenland "keinen Grund für ein Krisengerede". Die stellvertretende Bundessprecherin Eva Glawischnig wies im Gespräch mit der APA Meldungen zurück, wonach sich die Grünen am absteigenden Ast befänden. "Nein. Wir stehen in Wien vor der großen Herausforderung des Duells um Platz zwei mit der ÖVP. Ich freue mich über alles, was bei 15 Prozent liegt", sagte die Grüne Vizechefin.
Offizielle Themen der bevorstehenden Klubklausur werden zwar ein Frauenbericht sowie Umwelt und Bildung sein, doch dürften die Oktober-Wahlgänge die Sitzung zumindest mit beherrschen.
Glawischnig hofft jedenfalls, in Wien die ÖVP überholen zu können. "Das wäre eine totale Sensation. Die ÖVP ist ja furchtbar nervös und geht ganz aggressiv auf uns los. Wenn die Volkspartei hinter den Grünen bleibt, ist das eine ordentliche Watsch'n. Es ist jedenfalls eine bundespolitische Testwahl."
Die Kritik des Grünen Europaabgeordneten Johannes Voggenhuber am Erscheinungsbild der eigenen Partei versteht Glawischnig nicht. Wenn Voggenhuber ein Manko im sozialen Bereich anspreche, müsse daran erinnert werden, dass die Grünen ja die Grundsicherung ins Spiel gebracht hätten. Jetzt würden die anderen Parteien aufspringen, wobei in der ÖVP noch Widersprüchlichkeiten vorhanden seien. "Die Volkspartei in Wien muss sich erst intern einigen, ob sie für oder gegen die Grundsicherung ist", verweist Glawischnig auf widersprechende Aussagen von Landesparteichef Johannes Hahn und Landesgeschäftsführer Norbert Walter.
Schwäche am Land soll überwunden werden
Auf die Aussage von Grünen-Chef Alexander Van der Bellen angesprochen, der die Verluste bei Landtags-Wahlen auch darauf zurückführte, dass man eher eine Stadtpartei sei und befragt, ob dies für einen Regierungsanspruch reiche, sagte Glawischnig, für die Grünen laufe es dort gut, wo sie gestalten könnten. Dies habe sich in Oberösterreich mit dem schwarz-grünen Modell gezeigt. Die Schwäche am Land werde man überwinden. "Gerade im ländlichen Raum haben wir gute Angebote."
Die Grünen werden bei ihrer Klubklausur im "Tech Gate" über den Dächern Wiens einen Frauenbericht präsentieren. "Das ist eine sehr traurige Bestandsaufnahme, die zeigt, dass Frauen nach Abschluss ihrer Ausbildung ihr ganzes Leben lang diskriminiert werden. Im Arbeitsbereich, im Privatbereich, bei der Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie bei der Pension." Was den Umweltschutz betrifft, gehe es darum, "weg vom Öl" zu kommen, vor allem wenn man an die steigenden Energiepreise der jüngsten Zeit denke. "Gegenstrategien" wollen die Grünen auch im Bildungsbereich vorlegen, wo sie sich ja zuletzt immer stärker auf Ministerin Elisabeth Gehrer (V) eingeschossen haben.
18 Prozent Stimmanteil als Wahlziel
18 Prozent - dieses Wahlziel hat die Spitzenkandidatin der Wiener Grünen, Maria Vassilakou, für die Wien-Wahl am 23. Oktober genannt. Bei einem "Startschuss-Event" in die letzte Phase des Wahlkampfes hatten sich rund 200 Grün-Politiker und -Aktivisten auf den Stiegen der Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz versammelt.
Auch bleiben die Grünen bei dem Ziel, zweitstärkste Kraft in der Bundeshauptstadt zu werden, betonte Vassilakou. In den eigenen Umfragen läge man stabil zwischen 16 und 18 Prozent, hieß es am Dienstag. Damit liefere man sich laut den Demoskopen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der ÖVP. Hoffnung bestehe aber auch, an der 20 Prozent-Marke zu kratzen, so ein Parteisprecher.
Bei der Wahl im Jahr 2001 kamen die Grünen auf 12,45 Prozent der Stimmen. Damit wurde der vierte Platz hinter SPÖ, FPÖ und ÖVP erreicht. (apa/red)
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