Platzt Merkels Kanzler-Traum? Vorbehalte der SPD könnten Wahl doch noch verhindern
- Teile der SPD wollen nicht für CDU-Chefin stimmen
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In der SPD gibt es auch nach der Einigung mit der Union zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen weiter Vorbehalte gegen eine Wahl von CDU-Chefin Angela Merkel zur deutschen Kanzlerin. Familienministerin Renate Schmidt sagte im Bayerischen Rundfunk: "Ich gehe mal davon aus, dass nicht alle Stimmen der SPD-Fraktion auf Frau Merkel entfallen werden, weil es große Vorbehalte gibt, weil sie für eine Politik stand, ... die von uns abgelehnt wird".
Der Sprecher des rechten Seeheimer Kreises der SPD, Klaas Hübner, sagte, die Wahl Merkels hänge vom Koalitionsvertrag ab, in dem sich die SPD wiedererkennen müsse. "Erst wenn wir alles zusammen haben, können wir eine endgültige Entscheidung darüber abgeben, inwieweit man im Bundestag Frau Merkel zur Kanzlerin wählen wird", sagte Hübner im Deutschlandradio Kultur.
Auch der dem linken Parteiflügel zugehörige stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Müller sagte mit Blick auf eine große Koalition, es sei noch nicht sicher, ob er da mitmachen werde. "Es kommt auf die Inhalte an", betonte er. Mit Blick auf Merkel fügte er hinzu: "Man war ja geistig darauf vorbereitet, dass wir eine schwache Kanzlerin bekommen. Das wird sehr schwer mit ihr, weil ich denke, dass sie es nicht kann", betonte er im ZDF.
SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler, bisher entschiedener Gegner einer Kanzlerschaft Merkels, sagte, er werde die CDU-Chefin wählen, wenn ein SPD-Parteitag eine Koalition beschließe. "Ich werde vertragstreu sein", sagte er der "Berliner Zeitung". Er habe nun keinen Kanzler mehr, für den er kämpfen könne. Noch vor wenigen Tagen hatte Stiegler erklärt, die SPD werde Merkel nicht zur Kanzlerin machen.
Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Ute Vogt betonte, die Zustimmung von Parteitag und Fraktion zu einem Koalitionsvertrag werde sehr von den darin enthaltenen Themen abhängen. Es müsse möglichst viel aus dem SPD-Wahlprogramm umgesetzt werden, sagte sie im ZDF. Mehr als andere Parteien müsse die SPD auch inhaltlich überzeugt werden. Vogt forderte darüber hinaus neue Gesichter der SPD im künftigen Kabinett. (apa/red)
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