Zukunftspläne: Gerhard Schröder sagt
der aktiven Politik wahrscheinlich adieu
- Ex-Kanzler soll Angebot für Gazprom-Job haben
Deutschlands bisheriger Bundeskanzler Gerhard Schröder zieht sich wahrscheinlich aus der aktiven Politik zurück. In der Sitzung der SPD-Führung am Montag in Berlin drängten nach Angaben des thüringischen Landesvorsitzenden Christoph Matschie zahlreiche Sozialdemokraten Schröder dazu, Vize-Kanzler zu werden oder eine andere herausgehobene Stellung in der Großen Koalition zu übernehmen. Matschie berichtete, viele hätten "deutlich gemacht: Gerhard, du musst jetzt. Es wäre schön, wenn du zur Verfügung stündest".
Schröder habe aber generell keine Angaben zu seinen Zukunftsplänen gemacht, erklärte Matschie. Er habe betont, dass er sich zu nichts zwingen lassen werde. Der Kanzler habe es sich nochmals verbeten, als Verhandlungsmasse betrachtet zu werden. Nach Worten des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering waren mehrere Sitzungsteilnehmer "voller Sympathie" für den Vorschlag, Schröder möge ein Regierungsamt übernehmen. Konkret sei nicht über die Postenvergabe in der künftigen Regierung gesprochen worden, sagte Müntefering.
In SPD-Kreisen wurde fest damit gerechnet, dass Schröder von der politischen Bühne abtritt. Er sei maßgeblich für das positive Wahlergebnis der SPD verantwortlich und habe damit den Sozialdemokraten die Regierungsbeteiligung ermöglicht. Der Abschied zum jetzigen Zeitpunkt sei ebenso nachvollziehbar wie Schröders Motive, hieß es in den Kreisen.
Der russische Gaskonzern Gazprom (Gasprom) äußert sich nicht zu Spekulationen über einem möglichen Beraterposten für den bisherigen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder nach dessen Ausscheiden aus dem Kanzleramt. Das sagte ein Gazprom-Sprecher am Montag der Agentur Interfax in Moskau. Der Radiosender "Echo Moskwy" berichtete am Montag, der vom russischen Staat kontrollierte größte Gasförderer der Welt könnte Schröder bald ein Angebot machen. Über den Beraterposten sei angeblich auch bei Schröders Kurzbesuch bei Präsident Wladimir Putin am vergangenen Freitag gesprochen worden.
(apa)
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