Mittwoch, 12. Oktober 2005

Sturm auf Gefängnis: Wut und Ärger dominieren Gedenktag der Bali-Anschläge

  • Indonesien: Haftanstalt der Attentäter wurde belagert
  • Autobomben im Oktober 2002 forderten 202 Tote

Wut und Ärger haben am Gedenktag der 2002 verübten Bali-Anschläge die stille Trauer über die 202 Todesopfer verdrängt. Zornige Angehörige drangen Augenzeugen zufolge in ein Gefängnis auf der indonesischen Ferieninsel ein, in dem bis zum Vortag drei zum Tode verurteilte Attentäter festgehalten worden waren. "Tötet sie, tötet sie", riefen die etwa 500 Menschen.

Die Hauptverantwortlichen der Anschläge waren zuvor in ein Gefängnis auf einer anderen Insel verlegt worden. Auch am Mahnmal für die Toten im damals betroffenen Ort Kuta Beach wurden derartige Forderungen laut. "Wir wollen alle, dass diese Männer so schnell wie möglich verschwinden, damit wir mit unserem Leben weitermachen können und uns nicht mehr um sie kümmern müssen", sagte die Australierin Natalie Juniardi, deren Mann starb.

Am 12. Oktober 2002 waren fast zeitgleich Autobomben vor zwei Diskotheken in dem Ferienort Kuta explodiert. Unter den Toten waren 88 Australier und sechs Deutsche. Die Behörden machen die Extremistenorganisation Jemaah Islamiyah für die Tat verantwortlich. Bisher wurden drei der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen zum Tode verurteilt. Der Gedenktag wurde von den jüngsten Anschlägen auf der indonesischen Insel überschattet. Am 1. Oktober hatten Selbstmordattentäter bei Anschlägen auf zwei Restaurants und ein Cafe 19 Menschen mit in den Tod gerissen. (apa)

12.10.2005 12:36