Die Taliban schlagen weder zu: Anschlag auf einen Polizeikonvoi tötet 20 Polizisten
- Bei 2 Selbstmordanschlägen sterben sechs Menschen
Der bisher tödlichste Angriff von Taliban-Rebellen auf afghanische Polizisten hat in der Nacht zu Dienstag 20 Beamte das Leben gekostet. Die Aufständischen griffen am späten Abend einen Konvoi mit 150 Sicherheitskräften an, der über einen Pass in der Provinz Helmand fuhr, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag mit.
Vier Polizisten wurden verletzt. Am Nachmittag wurden noch fünf Beamte vermisst. Sie seien vermutlich verschleppt oder ebenfalls getötet worden, sagte Ministeriumssprecher Jussuf Staniksai. Dutzende Aufständische hatten am Abend plötzlich das Feuer eröffnet, das Gefecht dauerte bis zum Morgen.
Unter den getöteten Sicherheitskräften ist Staniksai zufolge auch der Vizepolizeichef von Helmand. Vier Polizisten seien verletzt und vier Fahrzeuge zerstört worden. Die Aufständischen seien schließlich in die Berge geflohen. Bei einer anschließenden Großrazzia in der Gegend sei niemand festgenommen worden.
Laut einem zweiten Ministeriumssprecher handelte es sich um den tödlichsten Angriff auf einheimische Sicherheitskräfte seit dem Sturz des Taliban-Regimes vor vier Jahren. Der Vorfall ist Teil einer Kampagne der Aufständischen, der in den vergangenen sechs Monaten schon 1.400 Menschen zum Opfer gefallen sind.
Ein US-Soldat wurde am Dienstag verletzt, als Aufständische das Feuer auf seinen Wagen eröffneten. Der Angriff ereignete sich nahe der Stadt Kandahar, einer Hochburg der Rebellen. Die Soldaten hätten zurückgeschossen und die Angreifer vertrieben, sagte ein Militärsprecher.
In der benachbarten Provinz Sabul töteten US-Truppen einen Tschechen und einen Pakistaner, die an der Seite der Taliban kämpften. Erst am Montag hatten zwei Selbstmordattentäter in der südafghanischen Stadt Kandahar drei Menschen mit in den Tod gerissen.
(apa)
