Donnerstag, 13. Oktober 2005

Im Visier des Terrors: FORMAT mit brisanter
Liste der potenziellen Ziele für Anschläge!

  • Terrorprofessor schlägt vor EU-Präsidentschaft Alarm
  • Klicken: Opec, UNO, OMV - das sind mögliche Ziele

Ein Salzburger Terror-Professor schlägt vor Beginn der EU-Präsidentschaft Alarm: Österreich ist auf große Angriffe kaum vorbereitet.

Jack hat keinen Nachnamen. Der amerikanische Insider bei Nuklearmaterial-Schmuggel reist gern anonym. An der Busstation in St. Gilgen hält er nach einem silbernen Mercedes Ausschau, der ihn zu einem nahe der Wolfgangsee-Bundesstraße gelegenen Haus bringen soll. Dessen Eigner, Friedrich Steinhäusler, 59, ist Besucher wie Jack gewohnt. Der Salzburger Atomphysiker war Projektleiter für Nuklearen Terrorismus und Sabotage am Zentrum für internationale Sicherheit und Kooperation an der Universität Stanford, USA. Damals hat Steinhäusler, jetzt Physik-Professor an der Uni Salzburg, die weltweit größte Datenbank für Atomschmuggel aufgebaut und nach Österreich mitgenommen.

Im Herbst des Vorjahres hat der Wissenschaftler zudem eine höchst brisante Aufgabe übernommen, die ihn zur wichtigen Figur in der internationalen Terrorbekämpfung macht: Für die Nato leitet er mit einem Kalifornier eine Expertengruppe, die den Vorbereitungsgrad von Nato-Staaten auf Terroranschläge evaluiert.

Viele interessante Terrorziele in Österreich
Kommenden März legt er den geheimen Bericht der Nato vor. Im Gespräch mit FORMAT warnt der Terror-Professor – rechtzeitig vor der im Zeichen der internationalen Sicherheit stehenden österreichischen EU-Präsidentschaft – schon jetzt: „Die österreichische Bevölkerung unterschätzt die Terrorgefahr. Es gibt hier zahlreiche für den internationalen Terrorismus interessante Ziele. Doch die Einsatzkräfte sind nicht ausreichend gewappnet. Ginge zum Beispiel in der Wiener Innenstadt eine schmutzige Bombe hoch, würde das perfekte Chaos herrschen.“

Ohne Tabus listet der Experte erstmals jene österreichischen Ziele auf, die ins Visier von Terroristen geraten könnten, weil ein Angriff auf sie mit einem Schlag viele Menschenleben kosten, besonders großen wirtschaftlichen Schaden anrichten oder ungewöhnlich große mediale Effekte erzielen würde. Ganz oben rangiert neben dem Opec-Gebäude die UNO-City, nicht nur wegen ihres internationalen Kontextes, sondern auch wegen ihrer geografischen Lage: Die UNO-Aktivitäten sind in fünf Türmen gebündelt, die vom Donaupark oder von der Wagramer Straße aus Möglichkeiten zum Angriff von außen bieten.

OMV spielt Gefahr herunter
Besonders gefährdet sind Massenverkehrsmittel und Energieversorger wie die OMV mit ihrer Raffinerie in Schwechat. Ein Anschlag darauf würde wegen der Rauchentwicklung je nach Windrichtung den Flugbetrieb am nahen Flughafen lahm legen oder unter der Wiener Bevölkerung Panik auslösen. Der ORF wäre in wenigen Minuten da, um die Bilder prompt in die ganze Welt zu übertragen. Alles Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff erhöhen. OMV-Sprecher Thomas Huemer beschwichtigt: „Wir haben eines der modernsten Sicherheitssysteme Europas.

Selbstmordanschlag bei Salzburger Festspielen
Geradezu zynisch wirken auch die nüchternen Gefährdungsanalysen von Terrorspezialist Steinhäusler bei Zielen mit vielen menschlichen Opfern. Im Sommer spielte eine Wissenschaftlergruppe an der Salzburger Uni Szenarien mit einem Selbstmordattentäter bei den Salzburger Festspielen durch. „Eine logische Überlegung. Das Who’s who aus Wirtschaft, Politik und Kultur von halb Europa ist da. Der mediale Impact wäre enorm.“ Gefahr besteht auch beim Wiener Donauinselfest, Europas größter Freiluftveranstaltung. Außerdem steht mit der Fußball-Europameisterschaft 2008 ein Mega-Event mit internationaler medialer Aufmerksamkeit an.

Lesen Sie die ganze Story im aktuellen FORMAT!

13.10.2005 20:38