Mittwoch, 12. Oktober 2005

"Das ist wie Hitchcock live": Stare fallen
über burgenländische Weingärten her!

  • Vögel verursachen Schäden von rund 100.000 Euro
  • Weinbauer ziehen Ernte mancher Traubensorten vor

Die Stare machen den burgenländischen Weinbauern das Leben schwer. Extrem betroffen ist in diesem Jahr das Mittelburgenland, bestätigte Walter Kirnbauer, Obmann des Deutschkreutzer Weinbauvereins einen Bericht des ORF Burgenland. Bisher machten sich in der Region nur kleine Vogelschwärme über die Trauben her, was mit Starhütern zu bewältigen sei. Diesmal fielen die Tiere massenhaft ein und verursachten vorerst einen Schaden von 80.000 bis 100.000 Euro, schätzte Kirnbauer.

"Das ist wie bei Hitchcock, jeden Tag in der Früh greifen die Vögel an. Es ist eine Katastrophe", sagte der Vereinsobmann zur APA in Anspielung auf den Horror-Klassiker "Die Vögel". "Wehren" können sich die Winzer nur, indem sie mit Autos durch die Weingärten fahren und mit Platzpatronen schießen. Los geht es bereits um 6.00 Uhr.

Eine Ursache für die in diesem Jahr außergewöhnlich großen Schwärme im Mittelburgenland ortete Kirnbauer darin, dass die Weinbauern im Seewinkel die Traubenernte bereits abgeschlossen haben. "Die Stare fliegen über den Seewinkel in den Süden und stärken sich auf diesem Weg mit den Trauben. Früher haben sie sich in Ungarn auf den Kolchosen Nahrung geholt", erklärte der Winzer.

Die Deutschkreutzer Weinbauern ziehen nun teilweise die Ernte mancher Traubensorten vor, "um zu retten, was noch zu retten ist". "Das wird ein herrlicher Jahrgang. Wir könnten ruhig noch ein bisschen warten", so Kirnbauer über die Qualität des Weines. (apa/red)

12.10.2005 10:16