Montag, 10. Oktober 2005

Der Hauptverband präsentiert eine Studie zur E-Card: "Österreicher mögen sie"

  • Auch unter den Ärzten sinkt langsam die Skepsis

Knapp sechs Millionen Österreicher halten ihre E-Card bereits in Händen, mehr als 7.600 Ärzte sind an das System angeschlossen. Und: Die Österreicher mögen den elektronischen Krankenscheinersatz und die Ärzte akzeptieren sie immer mehr. Diesen Schluss zog jedenfalls der Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Erich Laminger, bei der Präsentation zweier Umfragen zur E-Card Montagabend.

Zwei Drittel der 1.600 Befragten seien mit der E-Card bereits beim Arzt gewesen, so IFES-Projektleiter Gert Feistritzer. Und der überwiegende Teil (88 Prozent) der Patienten sei dabei in den Ordinationen mit keinerlei Problemen konfrontiert gewesen. Drei Viertel der Befragten sehen in der E-Card zudem eine Verbesserung gegenüber dem Krankenschein. "Es gibt eine ganz deutlich positive Resonanz", so Feistritzer. "Dem Krankenschein weint niemand mehr nach."

"Ein durchaus positives Bild" zeigt sich auch bei einer unter 200 Ärzten durchgeführten Befragung, wie Fessel-Gfk-Geschäftsführer Rudolf Bretschneider betonte. Allerdings: Die Wiener Ärzte sind eher kritisch. Dies hat nach Ansicht von Bretschneider u.a. damit zu tun, dass es in Wien vielfach noch zu einem gemischten Betrieb von E-Card und Krankenschein komme.

So berichteten insgesamt ein Drittel der befragten Ärzte von Schwierigkeiten bei der Umstellung, in Wien waren es dagegen mehr als die Hälfte. Hauptverbands-Generaldirektor Josef Kandlhofer wies darauf hin, dass vor der E-Card Einführung nur 60 Prozent der Wiener Ärzte mit EDV ausgestattet waren, in Vorarlberg dagegen 100 Prozent.

Insgesamt ist die Akzeptanz umso höher, je vertrauter der Arzt mit dem System sei, so Bretschneider. Im Vergleich zum bisherigen Krankenschein schätzen 52 Prozent die E-Card als "viel besser" oder "eher besser" ein. Deutlich negativ fällt das Urteil bei zehn Prozent der Befragten aus. Über die Installation äußerte sich ein "schwaches Fünftel" kritisch. 70 Prozent der Ärzte gaben an, dass das System ohne Probleme funktioniere.

Vor zwei Wochen hatte es nach einem Systemausfall erneut Kritik am E-Card-System gegeben. Man nehme diese Kritik sehr ernst, so Laminger. Allerdings sei das System bisher 5.000 Stunden problemlos gelaufen, lediglich am Samstag vor zwei Wochen habe es einen Ausfall von vier Stunden gegeben.

Für Volker Schörghofer, Projektverantwortlichen im Hauptverband, zeigt die Studie jedenfalls nicht das kritische Bild, das die Standesvertretung vermittle. Die Ärzte würden die E-Card nach einer Eingewöhnungsphase durchaus positiv beurteilen. Und: Auch der Offline-Betrieb sei Normalbetrieb. Der Arzt könne dann durchaus weiterarbeiten. Die Daten würden zwischengespeichert und könnten danach wieder abgerufen werden. Er zeigte sich jedenfalls optimistisch, dass der Krankenschein "am 1.1.2006 Geschichte sein wird".

(apa)

10.10.2005 20:44