Landtagswahlen seit dem Jahr 2000: Gewaltige Umbrüche unter Schwarz-Blau!
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Gewaltige Umbrüche auch in den Bundesländern gab es seit Antritt der schwarz-blauen Koalition im Jahr 2000. Die SPÖ überholte die ÖVP in der Salzburg und der Steiermark - und hat jetzt erstmals seit 30 Jahren wieder mehr Landtagswähler als die Volkspartei. Die Erfolgsserie der FPÖ nahm ein jähes Ende, sie musste als Regierungspartei nie da gewesene Verluste hinnehmen. Die Grünen konnten - bis zur Steiermark-Wahl - bei jedem Urnengang zulegen. Und erstmals seit 1970 ist jetzt die KPÖ wieder Landtagspartei.
Einen sehr schwachen Start legte das im Frühjahr von Jörg Haider von der FPÖ abgespaltene BZÖ bei der Steiermark-Wahl hin: Es blieb weit vom Landtags-Einzug entfernt. Eines bewirkte es aber: Die FPÖ flog aus dem Landtag. Mit den BZÖ-Stimmen hätte es für drei Mandate gereicht. FPÖ und BZÖ teilten sich die Stimmen im Verhältnis von rund einem zu drei Viertel. Im Burgenland trat das BZÖ gar nicht an. Und die FPÖ blieb dort trotz massiver Verluste im Landtag. Nächster Testlauf für die gespaltene Partei ist die Wien-Wahl in zwei Wochen.
Neun Landtagswahlen gab es bisher unter Schwarz-Blau, zwei unter Schwarz-Orange. Burgenland und Steiermark wählten an den vergangenen beiden Sonntagen bereits zum zweiten Mal seit 2000. In der Steiermark mit völlig anderem Ausgang: Nach einem Sensationserfolg der ÖVP im Jahr 2000 wurde jetzt die SPÖ stimmenstärkste Partei und stellt erstmals in der Steiermark den Landeshauptmann. Ein solcher Machtwechsel war der SPÖ schon 2004 in Salzburg gelungen. So dass jetzt erstmals die SPÖ ebenso viele Landtagsmehrheiten hat und Landeshauptleute stellt wie die ÖVP, nämlich vier.
Alles andere als den Umsturz brachte die Wahl gestern im Burgenland: Die SPÖ konnte ihre Mehrheit auf mehr als 50 Prozent der Stimmen und Mandate ausbauen. Damit wird jetzt erstmals seit Anfang der 90er-Jahre wieder die Mehrheit der Bundesländer mit absoluter Mehrheit regiert wird. Auch das ist eine Folge des Niedergangs der FPÖ seit dem Jahr 2000. Im Burgenland und Wien regiert die SPÖ "absolut", in Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg die ÖVP.
Einen einzigen Wahlerfolg gab es für die FPÖ in den vergangenen fünf Jahren: In Kärnten verteidigte Haider 2004 die Mehrheit und den Landeshauptmann-Sessel. Den einzigen zweiten Platz, den die FPÖ noch hat, wird sie wohl am 23. Oktober bei der Wien-Wahl abgeben müssen. Auf dem dritten Platz liegt die FPÖ nur noch im Burgenland, Salzburg und Vorarlberg. In Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol fiel sie hinter die Grünen auf Platz 4 zurück. Und in der Steiermark ist die FPÖ nur mehr fünftstärkste Partei. Das passierte ihr bisher nur einmal, bei der EU-Wahl 2004.
Für die Grünen brachten die Wahlen unter Schwarz-Blau bis zum Vorjahr durchgehend Erfolge: Sie schafften endlich auch im Burgenland und in Kärnten den Einzug in den Landtag, wurden in NÖ, OÖ und Tirol Drittstärkste und in Oberösterreich gibt es seit 2003 die erste schwarz-grüne Regierung in Österreich. Weniger gut begann die zweite Wahlrunde seit 2000 für die Grünen: In der Steiermark verloren sie kräftig und blieben hinter der KPÖ auf Platz 4 - und auch im Burgenland fuhren sie ein (geringfügiges) Minus ein.
Dennoch konnten die Grünen den mit Abstand größten Stimmenzuwachs seit 2000 verbuchen: Sie haben jetzt um mehr als 50 Prozent mehr Landtagswähler als Ende 1999. Die FPÖ musste einen fast ebenso großen Wählerschwund hinnehmen. Die SPÖ legte um fast 20 Prozent zu, während die ÖVP jetzt nur rund drei Prozent mehr Landtagswähler hat als in Zeiten der SPÖ-ÖVP-Koalition.
Sensationell und wohl einzigartig war der Erfolg der KPÖ in der Steiermark: Sie gewann gegenüber 2000 mehr als 540 Prozent an Stimmen dazu - und schaffte damit das beste KPÖ-Ergebnis seit 51 Jahren und den Wiedereinzug in den steirischen Landtag als drittstärkste Kraft. (apa/red)
