Messerstecherei in Graz: 21-Jähriger fühlte sich provoziert und stach rücksichtslos zu
- 23-jähriges Opfer schwer verletzt ins Spital
Weil ihn angeblich ein Passant provoziert hatte, hat ein 21-jähriger Ungar am vergangenen Wochenende in der Grazer Innenstadt mit einem Klappmesser zugestochen. Sein 23-jähriges Opfer wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der 21- Jährige bestritt laut Polizei jede Mordabsicht. Er gab an, in Notwehr gehandelt zu haben. Der Mann wurde die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.
Ein 23 Jahre alter Arbeiter und sein ein Jahr jüngerer Cousin waren in der Nacht auf Sonntag gegen 2.30 Uhr schwer alkoholisiert in der Grazer Schmiedgasse unterwegs, wo das Duo Passanten anpöbelte. Auch ein 21 Jahre alter Ungar wurde gemeinsam mit seinen zwei Begleiterinnen von den Betrunkenen belästigt.
Es kam zu einer Rauferei, die von den beiden Frauen vorerst beendet werden konnte. Als die drei weggehen wollten, stänkerte der 23-Jährige aber weiter. Der Ungar drehte sich daraufhin um und rannte mit gezogenem Messer auf den Arbeiter los.
"Der erste Stich verfehlte nur knapp das Herz und traf die Niere", erklärte Anton Kiesl von der Kriminalabteilung des Landespolizeikommandos. Der zweite Stich landete ebenfalls in der Niere, bei der dritten Attacke erwischte der Ungar sein Opfer am Rücken. Der 23-Jährige dürfte zunächst gar nicht gemerkt haben, dass er durch die Stiche schwer verletzt worden war. Erst als die Wunden nicht zu bluten aufhörten, rief er mit seinem Handy die Einsatzkräfte.
Durch die Personenbeschreibung, die der Cousin des Schwerverletzten abgegeben hatte, konnte der mutmaßliche Täter kurz nach der Tat am Jakominiplatz festgenommen werden. "Er hatte Blut auf der Hand, das noch analysiert werden muss", so Kiesl. Zuerst bestritt der 21-Jährige etwas mit der Messerstecherei zu tun gehabt zu haben. Aber mit den Zeugenaussagen konfrontiert, gab er die Tat nach und nach zu. Von einer Mordabsicht will der Ungar aber nichts wissen.
(apa)
