Freitag, 7. Oktober 2005

Lust auf Luxus: Nobelmarke Louis Vuitton eröffnet neuen Mega-Flagship-Store in Paris

  • 1.800 m² Verkaufsfläche, viele Promis bei Eröffnung
  • Traditionsmarke mit 3 Milliarden Euro Jahresumsatz

"Volle Kraft voraus" dröhnt es vom Flaggschiff der globalen Luxusbranche, wenn die Kultmarke Louis Vuitton am Sonntag auf der Pariser Prachtmeile Champs-Elysees ihr weltweit größtes Geschäft eröffnet. Mögen andere Firmen in den Wellen der Globalisierung Schiffbruch erleiden, bei Vuitton läuft das Geschäft so gut wie nie.

Mit drei Mrd. Euro Jahresumsatz und zweistelligen Wachstumsraten steht der einstige Pariser Koffermacher mittlerweile für 60 Prozent des Gewinns beim weltgrößten Luxuskonzern LVMH. Und so werden sich bei der Eröffnung der 1800 Quadratmeter Verkaufsfläche am Sonntagnachmittag die Prominenten zu Hunderten einstellen. Am Abend folgt die Pret-a-porter-Schau der Marke, entworfen von US-Star-Designer Marc Jacobs.

Traditionsmarke seit 1854
Angefangen hat alles mit dem Koffermacher Louis Vuitton, der 1854 in Paris sein Glück suchte und ein kleines Geschäft gründete. Innerhalb weniger Jahre wurde die Existenzgründung zu einer Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert: Die Entwürfe der Schachbrettmuster und des Monogramm-Designs, die die heiß begehrten Handtaschen oder Reisekoffer von Vuitton noch heute zieren, stammen von 1886 und 1896. Dennoch ist Vuitton alles andere als altbacken. Der jüngste Schlager bei den Handtaschen ist ein Design des Japaners Takashi Murakami, das von den Manga-Erfolgscomics inspiriert ist.

Treue japanische Kundschaft
Dabei steht das berühmte Monogramm längst nicht mehr nur für Lederwaren: Seit den 90er Jahren gibt es Pret-a-porter und Schuhe, seit 2002 werden Uhren entworfen und seit 2004 gibt es auch Vuitton-Schmuck. Rückgrat der Geschäfte bleiben allerdings die Lederwaren, die mehr als drei Viertel des Umsatzes ausmachen. Die treueste Kundschaft dieser sündhaft teuren Accessoires findet sich in Japan: Dort macht Vuitton 30 Prozent seines Umsatzes, 50 Prozent in Asien insgesamt.

Adresse: Champs Elysees No. 101
Diese Erfolgsgeschichte wird nun an der Nummer 101 der Champs-Elysees, an der Ecke zur eleganten Avenue Georges V., ohne die geringste Bescheidenheit zur Schau gestellt. Fast zwei Jahre dauerten die Ausbau-Arbeiten in dem Art-Deco-Eckgebäude. Der US-Architekt Eric Carlson habe "für einige Überraschungen" gesorgt, hieß es bei Vuitton. An die 30 historischen Vuitton-Reisekoffer werden in den Räumen ausgestellt und sollen vor allem eines unterstreichen: das beispiellose technische Können der Vuitton-Handwerker. Dieses Know-how ist gegenüber den Kunden auch ein entscheidendes Argument im Kampf gegen die zahllosen Fälschungen die - der Erfolg hat seinen Preis - vor allem von den legendären Vuitton-Taschen weltweit verschleudert werden.

12. Oktober für Normalsterbliche
Nach dem großen Einweihungsfest am Sonntag wird der Luxustempel noch zwei Tage verschlossen bleiben. Ab dem 12. Oktober dürfen dann auch Normalsterbliche die Luxusluft im neuen Megashop schnuppern.
(apa/red)


7.10.2005 09:44