Sober-Wurm sucht Ex-Klassenkameraden: Tarnt sich als Einladung einer Mitschülerin
- Schädling verbreitet sich sehr rasch in Österreich
- Kann von Antivirensoftware schwer entfernt werden
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Virtuelle Plage forderte bereits Tausende Opfer
Wer sich über eine E-Mail mit der Betreffzeile "Klassentreffen" freut und diese neugierig öffnet, hat womöglich dem durchs Internet geisternden, neuen Virus "Sober.r" auf seinem PC Zutritt verschafft. Das schädliche Programm kommt per E-Mail und bedroht Rechner mit dem Betriebssystem Windows. Es verschickt sich automatisch an alle im Computer gefundenen Adressen und zwar genau in der eingestellten Sprache.
Rasche Verbreitung
Das könnte auch der Grund für die anfangs sehr rasche Verbreitung von Sober.r in Österrreich sein. "Seit Donnerstagnacht konnten wir 45.000 infizierte Mails registrieren", erklärte Joe Pichlmayer, Geschäftsführer der Wiener Internetsicherheitsfirma Ikarus. Mittlerweile wurde auch schon eine Abart des Viruses (Sober.s) entdeckt. Die Verbreitungskurve sei aber schon wieder im Abfallen.
Noch keine Schäden
Die Telekom Austria hat mittlerweile einen Filter eingerichtet, der derartigen Viren-E-Mails kein Weiterkommen ermöglicht. Dies bremste die Verbreitung von Sober.r deutlich, so Pichlmayr. Derzeit hat der Virus noch keine weiteren Schäden angerichtet. "Im Virencode sind allerdings Teile enthalten, von denen keiner weiß, was sie bewirken könnten", so der Ikarus Geschäftsführer. Möglicherweise könnte Sober.r Module nachladen, durch die er Zugang zu dem befallenen Computer bekommt. Bis der Virus sein wahres Gesicht zeigt, könnten ein paar Stunden aber auch Monate vergehen.
Deinstalliert Firewall
Das Besondere an dem Virus ist eine Art Selbstverteidigungsfunktion, wie Toralv Dirro, Virenexperte der Sicherheitsfirma McAfee, laut AP erläuterte. Damit will der Schädling verhindern, dass er von Antivirenprogrammen entfernt wird. Außerdem deinstalliert er automatisch die Firewall.
Selbstverteidigungsfunktion
Wegen seiner Selbstverteidigungsfunktion kann der Virus derzeit nur im so genannten "Safe-Mode" entfernt werden. Dazu muss zuerst der Virenscanner über ein Update auf den neuesten Stand gebracht werden, der Rechner dann herunter gefahren und im Safe-Mode neugestartet und dann der Virenscanner gestartet werden. Ikarus bietet seit heute Vormittag ein Sicherheitsupdate auf seiner Homepage an. Im Laufe des Nachmittags soll der Remover fertig sein, der den Virus vom PC löscht.
Ist der Virenautor ein Deutscher?
Bisher waren laut Pichlmayer alle Sober-Viren deutschsprachigen Ursprungs. "Aufgrund tagespolitischer Inhalte ist davon auszugehen, dass der Programmierer von Sober.r aus Deutschland kommt." (apa/red)
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