Samstag, 8. Oktober 2005

Terminator schützt Kids: Schwarzenegger verbietet Verkauf brutaler Videospiele

  • Schwere Proteste von Software-Herstellern absehbar
  • Plus: Schüler dürfen keine Kraftpillen mehr schlucken

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat ungeachtet der drohenden Proteste von Software-Herstellern ein Gesetz unterzeichnet, dass den Verkauf oder Verleih brutaler Videospiele an Kinder verbietet.

"Ich bin selbst ein Vater und ich denke, dass es extrem wichtig ist, dass wir wissen, was sich unsere Kinder ansehen oder welche Spiele sie spielen", sagte Schwarzenegger am Freitag. Er sei zwar ein großer Fan von Videospielen. Das Gesetz solle aber gewährleisten, dass sie nicht in die falschen Hände gerieten. Schließlich hätten die Spiele durchaus einen Einfluss auf Kinder, sagte Schwarzenegger, der selbst als Hauptdarsteller zahlreicher Action-Filme berühmt wurde, wie etwa als "Conan, der Barbar" oder die Kampfmaschine "Terminator". Das Gesetz sieht bei Zuwiderhandlungen Strafen in Höhe von 1.000 Dollar vor.

In anderen US-Bundesstaaten gibt es ähnliche Regelungen - sehr zum Ärger der Spieleindustrie, die einen gut zehn Milliarden Dollar schweren Markt bedient. Teilweise hatte sie mit ihren Protesten bereits Erfolg: In einigen Staaten erklärten Gerichte die Verbote als ungültig. Auch Schwarzenegger wird sich wohl auf Widerstand gegen sein neues Gesetz einrichten müssen.

Einnahme von Kraftpillen verboten
Schwarzenegger hat den Schülern in seinem Staat die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel zur Kraftsteigerung am Freitag per Gesetz verboten. Auf der roten Liste stehen nun das leistungssteigernde Hormon DHEA, das pflanzliche Energiepräparat Ephedra und das Mittel Synephrine. Die Highschool-Besucher müssen sich künftig schriftlich verpflichten, die Substanzen nicht einzunehmen. Hersteller dieser Mittel dürfen bei Schulveranstaltungen nicht mehr als Sponsoren auftreten.

Im vergangenen Jahr hatte Schwarzenegger noch sein Veto gehen ein ähnliches Gesetz eingelegt. Der langjährige Kraftsportler und Hollywoodschauspieler war vor wenigen Wochen nach heftiger öffentlicher Kritik aus einem millionenschweren Beratervertrag mit einem Fitnessmagazin-Verlag ausgestiegen, in dessen Magazinen für verschiedene Nahrungsergänzungsmittel geworben wurde. Kritiker warfen dem Gouverneur einen Interessenskonflikt vor.(apa/red)

8.10.2005 08:50