Ambros for Africa
- Selbstlos, aber zielsicher

WOLFGANG AMBROS. Der Pop-Poet auf dem Weg zum Austro-Geldof: In seiner Wahlheimat Kenia will er nun Kindern helfen. In Wien arbeitet er an der Rettung seiner Ehe.
Verlässt man in Afrika die Trampelpfade, sollte man in der Sicherheit einer Gruppe bleiben. Ein kenianisches Sprichwort zumindest stellt klar: Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, geh mit anderen. Austropop-Veteran und Freizeit-Kenianer Wolfgang Ambros, 53, kann sich den Spruch aufs khakigelbe Safarihemd heften. Nach dem solistischen Schleudergang mit Brandunfall, Scheidungsra-batz und Watzmann-Tournee schlägt der Barde nun neue Lebenswege ein: Mit einem Repair Center will er Notleidenden in Kenia helfen. Dort hat er seit mehr als zwanzig Jahren die Zweitheimat gefunden. Im alten Europa hat er eine neue Daseinsform kreiert: Mit Ehefrau Margit bildet er eine friedliche Wohngemeinschaft im Haus in Pressbaum. Wir sind und waren ein tolles Team, sagt der Künstler und setzt statt auf rosenkriegerische Zerwürfnisse auf buddhistische Gelassenheit: Ich bin selbstlos geworden. Das steht mir doch gut!
In Afrika hat Ambros eine Zuflucht gefunden. Fern vom Business und der blitzlicht-umwitterten Popularität streckt er die Füße in den weißen Sand am Diani Beach in Kenia, wo er seit nunmehr zwanzig Jahren wurzelt. Ich bin ein Vagabund, bleibe nirgendwo lange. Aber dort finde ich für zwei Monate im Jahr meine Ruhe, erklärt der Pop-Poet dem afrikanischen Leben und Weben die Liebe. Dort schreibt er seine Lieder. Dort lässt er seine körperlichen und seelischen Narben in der Äquatorsonne heilen. Die Rückkehr in die dicht verbaute westliche Welt fällt jedes Mal schwerer. Ambros: Ich denke, dass ich von meiner Persönlichkeitsstruktur her mehr nach Afrika gehöre als nach Österreich. Nun will er dem Land etwas zurück- und seinen Menschen ein Stück täglichen Überlebens geben. Ich möchte vor meiner Haustür kehren. Ich glaube zwar nicht, dass ich Schuld am Elend von Afrika habe. Niemand von uns. Nur: Wir haben es geerbt!
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