Die Naturgewalten, Teil 2: Die Kraft der Erde

ERDBEBEN: Sie setzen in wenigen Sekunden die Energie von Zehntausenden Atombomben frei und fordern im Schnitt 10.000 Tote pro Jahr. Warum Erdbeben derart verheerend sein können und ihre Vorhersage so schwierig.
Der Schock kam im Morgengrauen. Gegen halb sechs Uhr früh des 26. Dezember 2003 lässt ein schweres Erdbeben die iranische Stadt Bam erzittern. Die meisten der historischen Lehmziegelbauten in der alten Seidenstraßen-Oasenstadt sind den Erdstößen mit der Stärke 6,6 nicht gewachsen. Auch die 2.000 Jahre alte Zitadelle, größter Lehmziegelbau der Welt, kollabiert wie ein Kartenhaus. Mehr als 40.000 Menschen werden getötet, fast ebenso viele verletzt.
Auf den Tag genau ein Jahr danach bebte die Erde erneut und sollte für die größte Naturkatastrophe der Neuzeit sorgen. Im Indischen Ozean löst ein Seebeben der Stärke 9,0 einen verheerenden Tsunami aus, der noch in 6.000 Kilometer Entfernung eine Spur der Verwüstung hinterlässt und insgesamt rund 300.000 Menschen in den Tod reißt.
Schockierende Stöße aus dem Erdinneren. Kaum eine andere Naturgewalt übt auf den Menschen einen ähnlichen psychologischen Schock aus wie die urplötzlich auftretenden Erdstöße. Wohl deshalb, weil das unheimliche Rütteln unter unseren Füßen meist völlig unerwartet einsetzt und diese Urgewalt aus dem Erdinneren mit einem Schlag Zehntausende Menschen aus dem Leben reißen kann.
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