Montag, 3. Oktober 2005

Nach Oktoberfestbesuch: Sohn von Mode-
Zampano Willy Bogner beging Selbstmord

  • 17-Jähriger wurde tot in Hängematte aufgefunden
  • Trauerfeier wird im kleinsten Kreis stattfinden

Die Münchner Polizei geht im Fall des tot aufgefundenen 17-jährigen Sohns des Sportmode-Unternehmers Willy Bogner von Selbsttötung aus. Das teilte die Familie am Dienstag in München mit. Bernhard Bogner war in der Nacht auf Sonntag nach einer Feier beim Oktoberfest in seinem Elternhaus in München in den Seilen seiner Hängematte erstickt. Der 17-Jährige wurde am Sonntag gegen 8.00 Uhr tot aufgefunden.

Sonia und Willy Bogner erklärten in einer Mitteilung an die Medien, die Nachricht der Polizei über Hinweise auf eine Selbsttötung "erschüttert uns als Eltern sehr". Sie schrieben: "Wir möchten mit unserer großen Trauer und dem tiefen Schmerz um unseren geliebten Sohn weiterhin alleine bleiben. Dafür bitten wir um Verständnis." Das seit 1972 verheiratete Paar hatte seine beiden Kinder Bernhard und Florinda in der brasilianischen Heimat von Sonia Bogner adoptiert.

Am Sonntag hatten Willy und Sonia Bogner mitgeteilt, ihr Sohn habe am Samstag bis etwa 19.00 Uhr mit seinen Freunden auf dem Oktoberfest gefeiert. "Dabei konsumierte Bernhard leider zu viel Alkohol. Am Sonntag wurde er im Trainingsraum unseres Hauses im Dachgeschoss von einem Hausangehörigen tot aufgefunden. Er verunglückte auf tragische Weise in seiner Hängematte und verhedderte sich in den Seilen wohl infolge des übermäßigen Alkoholeinflusses." Dabei sei Bernhard erstickt. Die Eltern fügten hinzu, sie seien nicht zu Hause, sondern in Mannheim gewesen.

Ein Sprecher der Familie sagte am Dienstag auf Anfrage, die Trauerfeier und Beisetzung des 17-Jährigen werde in kleinstem Kreis unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Der Termin werde nicht bekannt gegeben.

Willy Bogner, am 23. Jänner 1942 in München geboren, war wie sein gleichnamiger Vater erfolgreicher Skisportler. 1966 wurde er deutscher Meister im Spezialslalom und in der Alpinen Kombination. 1960 und 1964 war er Mitglied der deutschen Olympiamannschaft. 1967 verabschiedete sich Bogner vom internationalen Skisport, um Filme zu machen. 1970 trat er auch beruflich in die Fußstapfen seines Vaters, der 1977 starb. Bogner baute das elterliche Unternehmen zu einem internationalen Konzern aus.

Daneben machte er sich auch einen guten Namen als Spezialist für Skisportfilme. Er gilt als einer der besten Skikameraleute der Welt. Tollkühne Action-Aufnahmen filmte er für verschiedene James-Bond-Thriller. 2002 wurde Willy Bogner in das Nationale Olympische Komitee gewählt.

Am 12. April 1964 erlebte Willy Bogner einen schweren Schicksalsschlag: Seine Freundin, die Olympia-Skiläuferin Barbara Henneberg, wurde in der Schweiz von einer Lawine verschüttet. Jahre später lernte er das brasilianische Model Sonia Ribeiro - ihre Schwester ist die Schauspielerin Florinda Bolkan - kennen. Bogners Mutter wollte sie als Hausmannequin nach München holen. Das Paar heiratete 1972. Sonia Bogner übernahm die Damenkollektion des Unternehmens und entwirft seit 1992 eigene Designer-Kollektionen. (apa)

3.10.2005 12:07

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