Sonntag, 9. Oktober 2005

Finanzielle Vorteile: VW erhofft 1 Mrd. Euro an Einsparungen durch Arbeit mit Porsche

  • Pischetsrieder betont Kooperation "auf Augenhöhe"
  • Porsche will Anteil an VW-Aktien auf 19 % erhöhen

Der Volkswagen-Konzern rechnet mit Einsparungen von einer Milliarde Euro durch die geplante Zusammenarbeit mit dem neuen Hauptaktionär Porsche. "Für VW bringt die Zusammenarbeit finanzielle Vorteile", sagte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder.

Er machte klar, dass Europas größter Autobauer auch nach dem Einstieg von Porsche völlig unabhängig bei allen Entscheidungen bleibe. Pischetsrieder wollte damit Befürchtungen ausräumen, wonach Porsche als einflussreichster Aktionär bei VW nun gemeinsame Projekte zum Nachteil der Wolfsburger durchdrücken könnte.

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hatte den Vorstand beauftragt, einen Grundlagenvertrag für die künftige Zusammenarbeit mit Porsche zu verhandeln. In dem Vertrag soll ein fairer Interessenausgleich mit dem Sportwagenhersteller hergestellt werden, wie VW mitteilte.

Pischetsrieder machte klar, dass gemeinsame Projekte beiden Firmen nutzen sollten. So könnten zum Beispiel Kosten für die Entwicklung neuer elektronischer Systeme geteilt werden. Er erinnerte an das Geländewagenprojekt Touareg/Cayenne, das ohne die Beteiligung von Porsche nicht so profitabel hätte durchgezogen werden können. Allein ein Drittel der Entwicklungskosten habe Porsche bezahlt.

Auslastung der VW-Fabriken soll erhöht werden
Auch die Auslastung der VW-Fabriken könnte durch die Zusammenarbeit erhöht werden. Allerdings könne VW auch weiterhin mit anderen Autofirmen Projekte vereinbaren, etwa mit DaimlerChrysler. Bisher betreffe die Zusammenarbeit mit Porsche weniger als 5 Prozent des gesamten Absatzvolumens.

Pischetsrieder teilte mit, dass er bereits mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking über die Grundzüge eines Vertrages zur Zusammenarbeit gesprochen habe. Sie seinen einig in der Auffassung, dass gemeinsame Projekte beiden nützen müssten.

Kooperation bei Geländewagen Touareg/Cayenne
Bisher bauen Porsche und VW den Geländewagen Touareg/Cayenne zusammen und entwickeln ein Hybrid-Antriebssystem. Mit Blick in die Zukunft deutete Pischetsrieder auch eine Entwicklung von Komponenten und Einzelteilen an. Außerdem teilte er mit, dass die Entwicklung eines VW-Modells in der Größe zwischen Passat und Phaeton weitergehe. Hier sei eine Zusammenarbeit mit Porsche noch nicht besprochen.

Porsche will noch im Oktober seinen Anteil an den VW-Stammaktien auf 18,53 Prozent erhöhen und hat eine Option auf weitere 3,4 Prozent angekündigt. Porsche wäre dann größter Anteilseigner vor dem Land Niedersachsen, das 18,2 Prozent hält. Pischetsrieder teilte weiter mit, dass die Zusammenarbeit mit Porsche von einem unabhängigen Gutachter überprüft werde. (apa/red)

9.10.2005 22:50