Nach Mega-Pleite: Parmalats Börsegang voraussichtlich schon am Mittwoch
- Einigung auf Bedingungen für Umwandlung in Aktien
Fast zwei Jahre nach der spektakulären Pleite, hat Parmalat die letzte Hürde für eine Rückkehr an die Börse bewältigt. Die Gläubiger des im Dezember 2003 zusammengebrochenen Milchkonzerns einigten sich auf die Bedingungen für die Umwandlung der 20 Mrd. Euro Schulden in neue Aktien, wie Richter am Samstag mitteilten.
In Parma teilten die Richter Giuseppe Coscioni und Pasquale Liccardo mit, der Tausch sei von 71 Prozent der Parmalat-Gläubiger gebilligt worden. Die Gläubiger hatten darüber bis zum 26. August abgestimmt.
Die Rückkehr an die Börse könnte schon am Mittwoch erfolgen, berichtete Italiens Industrieminister Claudio Scajola. Die italienischen Gläubigerbanken, unter anderem auch Uniredit, werden insgesamt rund 17 Prozent des Kapitals, die ausländischen Gläubigerbanken rund 12 Prozent kontrollieren. Im Zuge des Börsengangs will Parmalat eine Kapitalerhöhung von zwei Mrd. Euro über die Bühne bringen.
Die gelungene Sanierungsaktion wurde von den Gewerkschaften begrüßt. "Bondi hat eine sehr gute Arbeit geleistet", kommentierte ein Gewerkschaftssprecher in Parma. Italiens Landwirtschaftsminister Giovanni Alemanno versicherte, dass die Regierung streng kontrollieren werde, dass Parmalat weiterhin ein italienisches Unternehmen bleiben werde.
"Parmalats Börsengang bedeutet Gefahr, dass das Unternehmen von ausländischen Multinationalen gekauft werden sollte. Wir müssen acht geben, weil Parmalat ein Erbgut dieses Landes ist", betonte der Minister. Indiskretionen zufolge ist der italienische Milchkonzern Granarolo an der Übernahme von Parmalat interessiert. Granarolo hat ein Bündnis mit fünf norditalienischen Milchproduzenten aufgebaut, mit dem Ziel, den schwer verschuldeten Nahrungsmittelkonzern Parmalat zu übernehmen, berichteten italienische Medien.
Parmalat war 2003 unter einem Schuldenberg von über 14 Mrd. Euro zusammengebrochen und steht heute unter Kontrolle von Insolvenz-Verwalter Enrico Bondi. Der Top Manager könnte Indiskretionen zufolge Parmalat bald verlassen, um sich der Sanierung der Krisen geschüttelten Fluggesellschaft Alitalia zu widmen.(apa)

