Freitag, 7. Oktober 2005

Endspurt für Deutschland 2006: Erst
zehn Länder haben sich fix qualifiziert

  • Bereits heute könnten 13 weitere dazu kommen
  • Togo, Ghana und Angola vor WM-Premiere

Mit 760 absolvierten und 87 verbleibenden Partien geht die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland in den Endspurt. Mit dem automatisch qualifizierten Gastgeber Deutschland sowie Titelverteidiger Brasilien, Japan, Iran, Südkorea, Saudiarabien, Argentinien, Mexiko, den USA und der Ukraine als bisher einzigem Europa-Vertreter stehen vor den zwei letzten Qualifikations-Runden heute und am Mittwoch erst zehn der 32 Endrunden-Teilnehmer fest.

Insgesamt 17 weitere Nationen können sich bis kommenden Mittwoch ihre WM-Tickets direkt sichern. Die restlichen fünf WM-Starter werden in Barrage-Spielen im November ermittelt, davon drei in Europa. 23 Teams treten weltweit in den fast 40 Partien an, um sich schon am Samstag das WM-Ticket zu sichern. Zumindest für 13 könnte der Traum noch vor der Schlussrunde wahr werden. Sieben Ländern - die Niederlande, Portugal, Italien, Ecuador, Togo, Ghana und Tunesien - würde schon ein Punkt genügen, um vorzeitig am Ziel zu sein.

WM-Organisationschef Franz Beckenbauer will allen 31 qualifizierten Gastländern persönlich die Tickets bringen. Ob England auf seiner Reiseroute auftaucht, steht vor dem Spiel gegen Österreich noch in den Sternen. "Niemand möchte ein Leben lang daran erinnert werden, eine WM-Qualifikation verhaut zu haben", meinte ManU-Verteidiger Rio Ferdinand.

Hit Schweiz gegen Frankreich
Zu einem "Endspiel" kommt es auch in der Gruppe 4. Der Tabellenerste Schweiz empfängt in Bern den punktgleichen Verfolger Frankreich. Dabei stehen die Schweizer unter größerem Druck. Sie haben am Mittwoch in Irland eine schwerere Aufgabe als die Franzosen, die es zu Hause mit Zypern zu tun haben.

In der Gruppe 1 reicht den Niederlanden in Prag gegen Tschechien ein Punkt, um die WM im Nachbarland zu erreichen. "Es wäre ein Traum", sagte der neue HSV-Star und Spielmacher Rafael van der Vaart, der seinen Platz in der Anfangsformation von Bondscoach Marco van Basten sicher hat. Auch die Tschechen haben beste Chancen, sich nach 16 Jahren für die WM zu qualifizieren.

Mit einem Sieg gegen die Niederlande oder am Mittwoch in Finnland kann Tschechien als einer der beiden besten Tabellenzweiten der acht Gruppen der Europa-Qualifikation den Sprung schaffen. Allerdings fehlen Trainer Karel Brückner mehr als ein halbes Dutzend Spieler, darunter Jan Koller.

In der Gruppe 8 kämpfen ebenfalls die beiden besten Mannschaften um die Tickets: In Zagreb müssen die Kroaten gegen den Tabellenersten Schweden unbedingt gewinnen, um die direkte Qualifikation zu schaffen. Die Schweden können mit einem Sieg alles klar machen.

Zitterpartie für Spanien
Für Spanien werden die letzten beiden Ausscheidungsspiele in der Gruppe 7 zu Zitterpartien. Zuletzt fehlten die Spanier bei der WM 1974 in Deutschland. Damit die Serie hält, hat Trainer Luis Aragones sechs neue Spieler in seinen Kader für die Spiele in Belgien und am Mittwoch in San Marino geholt. "Ich glaube noch immer daran, dass wir zur WM fahren", meinte Aragones. Doch müssen er und seine Mannschaft auf einen Ausrutscher von Tabellenführer Serbien- Montenegro gegen Litauen und Bosnien-Herzegowina hoffen, um die zwei Punkte Rückstand noch aufzuholen.

Italien und Portugal dürfen sich auf den Beckenbauer-Besuch schon einrichten. Gegen Slowenien in Lecce und Schlusslicht Moldawien genügt der Squadra Azzurra ein Punkt, um in der Gruppe 5 Sieger zu werden. Dass Vizeeuropameister Portugal in der Gruppe 3 gegen den Fußball-Zwerg Liechtenstein und gegen Lettland noch strauchelt und den fehlenden Punkt verpasst, ist ebenfalls unwahrscheinlich. Spannender ist die Frage, ob Pedro Pauleta (39 Tore) den Tor-Rekord von Legende Eusebio (41) einstellt.

Togo, Ghana und Angola vor WM-Premiere
Auch auf den anderen Kontinenten stehen Entscheidungen an. In Afrika können sich Togo, Ghana und Angola erstmals für eine WM qualifizieren. Die Fußball-Mächte Senegal oder Nigeria müssen hingegen bangen. WM-Stammgast Kamerun hat ebenfalls beste Chancen. Tunesien und Marokko, beide mit WM-Erfahrung, treten in der Gruppe 5 zum Endspiel an. Dem Tabellenersten Tunesien genügt dabei ein Punkt.

In Südamerika kann Ecuador den Argentiniern und Brasilianern zur WM folgen. Dazu müssen die Ecuadoraner gegen Uruguay einen Punkt holen. Auch Paraguay hat gute Chancen, sich bei einem Sieg in Venezuela als eines der besten vier Teams das Ticket zu sichern. In der Nord-/Mittelamerika-Gruppe hat Costa Rica gegen die schon als WM- Teilnehmer feststehenden USA und in Guatemala zwei Matchbälle.

(apa)

7.10.2005 14:37