Mittwoch, 5. Oktober 2005

Eine ruhige Kugel schieben: Ruttensteiner
hat sich Taktik gegen England zurechtgelegt

  • Teamchef setzt auf Ballbesitz. Startelf steht bereits
  • PLUS: Die BILDER vom Training des Nationalteams!

Vor seinem ersten Spiel als Interimsteamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft bastelt Willi Ruttensteiner an einer Taktik, mit der man in der WM-Qualifikation am Samstag in Manchester dem zu erwartenden Sturmlauf der Engländer halbwegs standhalten kann. Oberstes Gebot ist dabei laut Ruttensteiner, den Ball so lang wie möglich in den eigenen Reigen zu halten und gleichsam eine "ruhige Kugel" zu schieben.

"Wir müssen ruhig am Ball bleiben, dürfen nicht immer gleich die Lösung nach vorne suchen. Wenn es uns gelingt, länger im Ballbesitz zu bleiben, können wir etwas von dem Druck der Engländer wegnehmen. Entscheidend wird sein, dass wir die Bälle, die wir erobern, nicht gleich wieder verlieren", erklärte Ruttensteiner, der im Angriff der Engländer neben Michael Owen mit Liverpools Stürmerriesen Peter Crouch rechnet.

Die Flügel müssen dicht sein
Der 24-jährige Zwei-Meter-Mann ist zwar technisch nicht allzu versiert, dafür naturgemäß im Kopfballspiel brandgefährlich, was angesichts der starken englischen Flügelspieler zu einem großen Problem werden könnte. "Wenn die Engländer über die Seite und hinter unsere Viererkette kommen, ist er eine Riesenwaffe", befürchtete der Interimscoach.

Mit dem verletzten Ashley Cole muss der Weltmeister von 1966 zwar den laut Englands Teamchef Sven-Göran Eriksson "wahrscheinlich besten linken Außenverteidiger der Welt" vorgeben, wirklich verbessert hat sich die Ausgangsposition für Österreich aber deswegen auch nicht. "Ich weiß nicht, wer Cole zu 100 Prozent ersetzen kann. Aber ich warne davor, dass man sagt, jetzt kommt irgendein Schwächerer."

Trotz des Ausfalls des Arsenal-Stars werde viel Druck über die Seiten kommen, daher lautet die Ruttensteiner-Devise, so wenig Flankenläufe wie möglich zuzulassen. "Es wird notwendig sein, dass wir auf diesen Positionen enorm zweikampfstarke Spieler haben."

Startformation steht großteils
Wem diese Aufgabe zukommt, hat der Trainer bereits im Kopf. Nur noch ein Platz (wohl ein Außenspieler in der Viererkette) in der Anfangself ist laut Ruttensteiner offen. Im Trainingsspiel am Mittwoch verlor eine Mannschaft (Aufstellung Macho - Standfest, Stranzl, Feldhofer, Ibertsberger - Schopp, Kiesenebner, Weissenberger, Aufhauser, Ivanschitz - Linz), die mit der Startformation von Manchester wohl mit Ausnahme von Macho und Feldhofer ziemlich identisch sein dürfte, gegen das B-Team 0:1 (Torschütze Wallner).

Auf Grund der hohen Belastung in der Vormittagseinheit verzichtete Ruttensteiner auf das Nachmittags-Training. Stattdessen stand Videostudium und danach der Besuch des Musicals "Romeo und Julia" im Raimund Theater auf dem Programm.

Der Interimsteamchef hat sich mittlerweile in seinem neuen Job gut eingelebt. "Am Montag war ich für meine Verhältnisse noch angespannt, was den Umgang mit der Presse und die Reaktionen der Spieler betrifft. Aber schon am Dienstag war ich selbst überrascht, wie schnell man mit den Spielern ins Arbeiten kommt und alles rundherum vergisst."

(apa/red)

5.10.2005 14:58