Montag, 3. Oktober 2005

Motivation fürs England-Spiel: Herzog
macht Debütanten Lasnik und Dober Mut

  • Ehmann fällt aus, Ivanschitz und Sariyar pausieren
  • PLUS: Die BILDER vom Training des Nationalteams!

Eine der zentralen Aufgaben von Andreas Herzog in seiner neuen Rolle als Teammanager der österreichischen Nationalmannschaft lautet, den ÖFB-Kickern psychologische Unterstützung zu leisten. Besonders was die Behandlung von Andreas Dober und Andreas Lasnik betrifft, kommt auf den Rekordteamspieler große Verantwortung zu - Beide könnten am Samstag ihr Teamdebüt feiern, und das ausgerechnet vor rund 67.000 Zuschauern im Old Trafford von Manchester gegen England.

Herzog hat sich vorgenommen, den Youngsters von Rapid und Austria mögliche Ängste vor einem Auftritt im "Theatre of Dreams" zu nehmen. "Sie müssen an ihre Stärken glauben, einfach das Spiel genießen und 90 Minuten lang fighten", so das Rezept des 37-Jährigen.

Für die Team-Neulinge bietet sich laut Herzog nicht nur die Möglichkeit, sich auf einer großen Bühne für internationale Top-Klubs interessant zu machen, sondern auch, ihren bisherigen fußballerischen Horizont zu erweitern. "Sie können von Spiel zu Spiel dazulernen. Und was gibt es Schöneres, als vor fast 70.000 Leuten zu spielen?"

Selbst wenn Herzog noch so gute Ratschläge für Dober und Lasnik parat hat - sie in die Tat umzusetzen wird ein schwieriges Unterfangen, wie der Teammanager am eigenen Leib erfahren hat. "Ich weiß noch genau, wie ich mich als Junger gefühlt habe. Ich war fast schon zu nervös und habe dadurch fast noch mehr verhaut", erinnerte sich der einstige Regisseur.

Premiere für Dober und Lasnik in Old Trafford?
Zumindest Rapid-Verteidiger Dober hat seine internationalen Reifeprüfungen auf Klub-Ebene schon hinter sich gebracht. So stellte der 19-Jährige unter anderem gegen Lok Moskau, aber auch gegen Bayern München und teilweise gegen Juventus sein Talent unter Beweis. "Ich werde mich im Training voll reinhauen und hoffe, dass ich zum Einsatz komme", kündigte der unbekümmerte rechte Abwehrspieler an, der für den verletzten Toni Ehmann in den Kader aufgerückt war. Vor fast zweieinhalb Jahren machte Dober gute Erfahrungen mit den Engländern, als er mit dem U17-Team dank eines 1:0 gegen die Insel-Kicker im Spiel um Platz drei EM-Bronze holte.

So wie der junge Rapidler ließ auch Austria-Linksfuß Lasnik vor seinem möglichen Teamdebüt in Manchester keine Anzeichen von Nervosität erkennen. "Für mich ist es eine große Ehre, dabei sein zu dürfen, und ich freue mich auf beide Aufgaben", sagte der 21-jährige Mittelfeldspieler.

Pogatetz sauer über die Gelb-Sperre
Im Gegensatz zu Dober und Lasnik ist Emanuel Pogatetz auf der Insel wegen einer Gelb-Sperre zum Zuschauen verdammt, und das ausgerechnet in jenem Land, in dem der Middlesbrough-Legionär seine Brötchen verdient. "Das ist sehr bitter. Schon nach dem Aserbaidschan-Match habe ich mich sehr geärgert, dann ist der Ärger ein bisschen verflogen, aber je näher das Match jetzt kommt, desto härter wird es", meinte Pogatetz, dessen Klub-Trainer Steve McClaren als Assistent des englischen Teamchefs Sven-Göran Eriksson fungiert.

Der Schwede steht vor der Österreich-Partie unter gehörigem Druck, wie auch Pogatetz weiß. "In den Medien herrscht eine angespannte Stimmung, weil England nach der Niederlage gegen Nordirland geschockt ist. Der Teamchef ist unter Beschuss. Die Tatsache, dass sich die Engländer nun beweisen müssen, ist nicht unbedingt ein Vorteil für uns, andererseits stehen sie aber auch unter Druck", erklärte der Verteidiger.

Toni Ehmann fällt definitiv für England-Partie aus
Das Nationalteam muss gegen England wie erwartet auf Toni Ehmann verzichten. Der Verteidiger laboriert an einer Kapselverletzung im Kniegelenk, hofft jedoch, für die Nordirland-Partie am kommenden Mittwoch fit zu werden.

Außerdem ließen am Dienstag Vormittag noch ÖFB-Kapitän Andreas Ivanschitz und Pasching-Kicker Yüksel Sariyar das Training aus. Ivanschitz leidet noch an den Nachwirkungen der Ibrahimovic-Attacke in Turin, die eine entzündete Wunde am Oberarm zur Folge hatte. Der Burgenländer will aber am Mittwoch wieder mit von der Partie sein.

Ein Trainings-Comeback von Sariyar ist am Mittwoch hingegen unwahrscheinlich, dem Mittelfeldspieler macht nach wie vor eine Meniskusverletzung im rechten Knie zu schaffen. Während Ivanschitz und Sariyar überhaupt fehlten, beschränkte sich GAK-Goalie Andreas Schranz wegen einer Knöchelverletzung auf leichtes Lauftraining.

Am Dienstag Nachmittag wurde Paul Scharner (gewann am Montag mit Brann Bergen gegen Austria-Bezwinger Viking Stavanger 2:1) aus Norwegen erwartet - der Ex-Austrianer könnte auf Grund der Personalprobleme in der Defensive in Manchester in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen. "Er hat zuletzt halbrechts in der Innenverteidigung gespielt und soll dort gute Leistungen gebracht haben, wir hoffen, dass dies auch in den kommenden zwei Spielen der Fall sein wird", erklärte Teammanager Andreas Herzog. (apa/red)

3.10.2005 13:56