Duell Renault gegen McLaren-Mercedes: Alonso muss noch eine zweite WM gewinnen
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Der Kampf um den Fahrertitel ist seit Brasilien zu Gunsten von Renault-Pilot Fernando Alonso (24) entschieden, damit steht in den zwei verbleibenden Rennen am Sonntag in Japan und eine Woche später in China noch der Kampf um die Konstrukteurs-WM an. "Wir müssen noch eine zweite Weltmeisterschaft gewinnen", machte der jüngste Weltmeister der Geschichte klar, dass er alles dafür tun will, um auch Renault erstmals den Weltmeistertitel zu sichern.
Zwei Rennen vor Schluss geht es in der Fahrer-WM nur noch um Platz drei zwischen Juan Pablo Montoya (McLaren-Mercedes) und Michael Schumacher (Ferrari), die jeweils bei 60 Punkten halten. Mit Alonso (117) und Silberpfeil-Pilot Kimi Räikkönen (94) stehen Weltmeister und Vizeweltmeister fest. Dafür spitzt es sich in der Konstrukteurs-WM zu.
Rekordsieger Ferrari ist nach zuletzt sechsjähriger Regentschaft ohne Unterbrechung längst aus dem Rennen, McLaren-Mercedes hat nach neun Siegen in den vergangenen zwölf Rennen und zuletzt fünf Siege in Folge, gekrönt mit dem ersten "Double" seit fünf Jahren zuletzt in Brasilien, erstmals in dieser Saison die Führung übernommen und liegt mit 164 Punkten hauchdünn und nur zwei Zähler vor Renault (162) an der Spitze. 36 Punkte sind pro Team noch maximal zu holen.
Keine Frage also, dass McLaren (in Japan mit de la Rosa statt Alex Wurz als Freitags-Fahrer) und Herausforderer Renault im Finish alles aufbieten, was technisch möglich ist. "Wir werden alles tun, um diesen Titel zu holen", versprach Räikkönen, und Mercedes-Sportchef Norbert Haug verwies auf die tolle Suzuka-Bilanz der "Silberpfeile" mit elf Podiums in den vergangenen zehn Jahren. Alonso-Teamkollege Giancarlo Fisichella weiß: "Wir sind punkto Speed nicht ganz auf dem Level von McLaren, aber wir kommen immer näher." Renault kommt mit einer neuen Motorenspezifikation nach Suzuka. "Bei uns ist die Motivation so hoch wie noch nie. Wer mehr Ausfälle hat, wird die WM verlieren", so der Technische Direktor Bob Bell.
Alonso kann endlich wieder Vollgas geben
Nachdem sich Alonso zuletzt in Brasilien mit einer weiteren taktisch klugen Fahrt auf Platz drei den Titel als jüngster Champion in der Formel-1-Geschichte gesichert hatte, hofft der 24-jährige Asturier jetzt, endlich Vollgas geben zu können. "Fernando wird aggressiver fahren können und sehr schwer zu überholen sein", ist Bell überzeugt. Zu viel Risiko des Weltmeisters befürchtet er nicht, "denn er ist ein außergewöhnlich intelligenter Kerl."
Alonso wird sich als frisch gebackener Weltmeister in Japan auch mit einem Riesenrummel um seine Person abfinden müssen, das stört ihn aber nicht. "Es wird eine Menge Aufmerksamkeit, viele Kameras und Interviews geben", ist ihm bewusst. "Aber wenn ich dann im Auto bin, wird es Business wie immer. Wir kämpfen um den Markentitel. Und ich denke, wir können es schaffen."
Im Schatten der WM-Entscheidung kämpft Red Bull (27 Punkte) immer noch um Platz sechs, hat aber durch die jüngste Nullnummer in Interlagos Boden auf BAR-Honda (33) verloren. Christian Klien und David Coulthard müssen in den zwei verbleibenden Rennen sechs Punkte aufholen. (apa/red)
