Dienstag, 4. Oktober 2005

Wirbel in der Formel 1: Honda übernimmt
BAR komplett und kauft Cockpit für Sato!

  • Eigenständiges Team neben Ferrari, Toyota und BMW
  • Kommt 11. Rennstall? Coca Cola überlegt F1-Einstieg

Honda gehören wenige Tage vor dem Grand Prix in Suzuka die Formel-1-Schlagzeilen. Der japanische Automobilhersteller übernimmt zum Jahresende nicht nur das britische Formel-1-Team BAR komplett, man versucht auch, dem japanischen Piloten Takuma Sato den Verbleib in der Formel 1 zu sichern. Sato verliert 2006 wegen der Verpflichtung von Rubens Barrichello seinen Platz bei BAR-Honda.

Das Unternehmen British American Tobacco (BAT) teilte mit, Honda werde die restlichen 55 Prozent mit Wirkung zum 31. Dezember kaufen. Honda, das BAR mit Motoren beliefert, gehörten bisher schon 45 Prozent der Aktien an dem Rennstall. Honda ist damit neben BMW der zweite Automobilhersteller, der 2006 neu mit einem eigenen Team in der Weltmeisterschaft antritt. Ferrari, Toyota und Renault sind die momentanen Vertreter mit einem komplett eigenständigen Rennstall. BAT (Lucky Strike) bleibt aber angeblich als Sponsor des Honda-Teams vorerst mit an Bord.

Fast gleichzeitig verblüffte der beim BAR-Team ausgemusterte Sato in Tokio die Öffentlichkeit mit der Aussage, er habe ein Angebot eines von Honda unterstützten Formel-1-Teams erhalten. Hondas Geschäftsführer Hiroshi Oshima bestätigte das Vorliegen eines entsprechenden Projekts und die Möglichkeit, als Motorenpartner aufzutreten.

Kommt ein elftes Team?
Möglicher Weise will man Sato beim (noch) mit Toyota-Motoren fahrenden Jordan-Team unterbringen. Sato beteuerte aber, es handle sich um ein zusätzliches, elftes Team, das angeblich von Bernie Ecclestone bereits den Segen hat. Das neue Team müsste sich laut Reglement bis zum 15. November einschreiben und 48 Millionen Dollar hinterlegen. "Es ist nicht sicher, ob es das neue Team tatsächlich geben wird, aber ich habe jedenfalls ein Angebot", sagte Sato am Dienstag.

In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt, dass der Getränkekonzern und Red-Bull-Konkurrent Coca Cola ebenfalls ein Formel-1-Engagement überlegt.

Todt soll zu Ferraris Geschäftsführer aufrücken
Ferrari bereitet unterdessen den Generationenwechsel für die "goldene Ära" nach Michael Schumacher und Jean Todt vor. Nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Tuttosport" soll Ferraris Team-Direktor Todt zum Geschäftsführer des italienischen Sportwagenproduzenten aufrücken. Er soll sich also bei Ferrari immer weniger um die Formel 1 und immer mehr um die industriellen Aktivitäten kümmern.

Todts Karrieresprung soll nach der Ausgliederung der Tochter Maserati erfolgen, die im Rahmen einer tief greifenden Umstrukturierung der Fiat-Marken als selbstständiges Unternehmen weiter geführt werden soll. Todts Funktionen sollen nach Angaben der Zeitung zum Großteil von Technik-Chef Ross Brawn übernommen werden. Auch die Kompetenzen des Teammanager Stefano Domenicali sollen erweitert werden.

Chefdesigner Rory Byrne soll von Aldo Costa abgelöst werden, der in Abstimmung mit dem als Aerodynamik-Guru geltenden Südafrikaner schon den F2005 gezeichnet hat. Byrne, der eine Tauchschule in Thailand besitzt, habe bereits angedeutet, nicht mehr allzu lange in Diensten Ferraris bleiben zu wollen. (apa/red)

4.10.2005 12:48
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts