Samstag, 8. Oktober 2005

Blamage für Österreich bei BA-CA-Trophy: Kein einziger ÖTV-Spieler mehr im Turnier

  • Peinlicher Melzer: Drei-Satz-Niederlage vs Qualifikant
  • PLUS: Alle Infos zur BA-CA-Trophy in Wr. Stadthalle

Am vierten Tag der BA-CA-Trophy in der Wiener Stadthalle sind im Achtelfinale alle Österreicher ausgeschieden. Besonders peinlich dabei die Vorstellung von Österreichs Nummer 1, Jürgen Melzer, der gegen den französischen Qualifikanten Jean-Rene Lisnard in drei Sätzen 5:7,6:2,7:6(4) verlor. Lisnard warf bereits in der ersten Runde Stafan Koubek aus dem Turnier. Vor Melzer schieden bereits Oliver Marach (4:6,7:6 (5),5:7 gegen Titelverteidiger Feliciano Lopez) als auch der Tiroler Qualifikant Rainer Eitzinger (1:6,5:7 gegen den topgesetzten David Nalbandian aus Argentinien) aus.

Marach kann aber mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen aus Wien abreisen, er fliegt kommende Woche zu fünf Turnieren nach Südamerika. "Es ist schade, ich war sehr knapp dran", trauerte Marach der vergebenen Chance nach. Zuvor hatte er gegen den Weltranglisten-23. aus Spanien aber großen Kampfgeist bewiesen. So beispielsweise im Tie-Break des zweiten Satzes, als er aus einem 1:4-Rückstand noch ein 7:5 machte. Und auch 0:3 bzw. ein 2:5 im dritten Satz ließen ihn nicht den Kopf hängen lassen. Im Gegenteil er glich auf 5:5 aus. Bei 5:6 servierte schon auf das nächste Tie-Break, doch ein vermeintlich guter, zweiter Aufschlag wurde out gegeben, Lopez war schon auf dem Weg zu seinem Service gewesen. Nach dem Doppelfehler nützte Lopez seinen ersten Matchball.

Marach zu nervös begonnen
"Ich habe sehr nervös angefangen, war zu verkrampft und hab mir dann mit einem blöden Schlag eine kleine Verhärtung in der Schulter zugezogen", sagte Marach. Dies sei zwar keine Ausrede für die Niederlage, aber dennoch überwog trotzdem die Enttäuschung. "Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt (Lopez übrigens auch nicht/Anm.), ich hätte ihn schlagen können." Im Training hätte er besonders stark gespielt und viel Lob auch von der Konkurrenz erhalten. "Mir haben viele Topspieler gesagt, dass ich Top-50-Potenzial habe, es fehlt halt noch ein Alzerl."

Marach fliegt kommende Woche zu einer Südamerika-Tournee, die auf seinem Lieblings-Untergrund Sand stattfindet. Santiago de Chile, Montevideo (URU), Guayaquil (CHI), Aracaju und Buenos Aires (beide BRA) stehen der Reihe nach auf dem Programm, zumindest im ersten Teil des Trips wird ihn auch Daniel Köllerer begleiten. "Ich möchte schauen, dass ich noch in die Top 100 komme", hofft Marach.

Eitzinger trotz Niederlage zufrieden
Auch für den mit 22 drei Jahre jüngeren Eitzinger gab es trotz der Niederlage durchaus Grund zu Zufriedenheit. Der Tiroler, der sich erstmals für den Hauptbewerb eines ATP-Turniers qualifiziert und die erste Runde überstanden hatte, bot zumindest im zweiten Satz der Nummer neun der Welt durchaus Paroli. Dabei liegt Eitzinger (noch) 220 Plätze hinter dem Argentinier.

"Das war mein erstes großes Turnier. Ich schau, dass ich auch irgendwann so spielen kann wie David. Ich habe viel aus dieser Partie gelernt, da kann man sich sehr viel abschauen. Wenn man nur ein Mal zu kurz ist, übernimmt er sofort die Rallye", sagte Eitzinger, der dem Südamerikaner im zweiten Satz immerhin den Aufschlag zum Rebreak zum 5:5 abnehmen konnte. Nalbandian steht damit zum zweiten Mal in Serie im Viertelfinale der BA-CA-Trophy und trifft jetzt auf den Spanier Juan Carlos Ferrero.

Eitzinger spielt jetzt bei zwei Challenger-Turnieren in Korea, in Seoul und Busan. "Ich hoffe, dass ich mich da weiter in Richtung Top 200 verbessern kann."
(apa/red)

8.10.2005 13:31