Freitag, 7. Oktober 2005

Superstar Nadal kommt nun doch nicht zur BA-CA-Trophy: Auch Coria hat abgesagt!

  • Turnierdirektor Feigl ist entsetzt: "Affront!"
  • PLUS: Henman zum siebenten Mal in Wien dabei

Das Tauziehen um das Antreten des spanischen Tennis-Superstars Rafael Nadal bei der BA-CA-Trophy hat ein unwürdiges Ende genommen. Nachdem der 19-Jährige am Vormittag sein Kommen zugesagt hatte, ließ er am späten Nachmittag über seinen Manager Carlos Costa seine Absage ausrichten. Als Grund wurde eine im Training zugezogene Knieverletzung angegeben. Turnierdirektor Peter Feigl war über diese Vorgangsweise entsetzt.

Der ehemalige österreichische Spitzenspieler sprach in einer ersten Reaktion vom größten Affront in der Geschichte des Turniertennis gegenüber einem Veranstalter! Rund eine Woche hatte das Hin und Her rund um Nadal gedauert. Angefangen hatte die Diskussion um den Iberer in der vergangenen Woche mit einem Bericht auf seiner Homepage www.vamosrafael.com. Da hatte er einen möglichen Verzicht auf einen Wien-Abstecher angedeutet.

Nach der im Turnierbüro mit Erleichterung aufgenommenen Zusage hatte Costa sogar noch zehn Minuten vor der definitiven Nadal-Absage per Telefonat den Wunsch nach einem frühen Mittwoch-Termin für den Argentinier David Nalbandian deponiert - ohne auf Nadal einzugehen. Zu diesem Zeitpunkt war für den French-Open-Sieger wie gewünscht ein Mittwoch-Termin und ein zusätzliches Zimmer für seinen Physiotherapeuten vorgesehen. Später avisierte Costa die Ankunft von Nadal für Montag. Wie aus heiterem Himmel kam dann die erwähnte Knieverletzung.

Auf seiner Homepage ließ Nadal in einem Bericht aber durchblicken, dass er die Zusage für Wien und Basel ernsthaft überlegen würde, da sie ihm auch bei einem guten Abschneiden im Ranking nicht weiter bringen würden. Eine Pause wäre daher sinnvoll, hieß es sinngemäß.

Die Empörung der Turnierleitung stieß bei Carlos und Spielervermittler Sergio Palmieri mehr oder minder auf taube Ohren. Auch der Wunsch Feigls, Nadal möge für eine Stunde nach Wien kommen und seine Situation erklären, wurde ignoriert. Feigls einziger Hoffnungsschimmer: "Das Turnier ist nach den Absagen von Nadal und Coria noch immer so hochkarätig besetzt, dass wir guten Tennissport erleben werden!"

Auch Guillermo Coria hat abgesagt
Geärgert hatten sich die Turnierverantwortlichen auch über die Absage von Guillermo Coria. Der argentinische Weltanglisten-Achte hatte der BA-CA-Trophy schon im Vorjahr kurz vor Turnierbeginn einen Korb gegeben. "Ihm werde ich nie wieder etwas anbieten. Wenn er kommen will, kann er kommen, aber ich werde nicht mehr ein Jahr vorher Verhandlungen mit ihm aufnehmen", ließ Feigl auch da Ärger durchklingen.

Neue Nummer eins des Turniers ist nun Nalbandian. Auf Position acht wird neu der spanische Vorjahressieger Feliciano Lopez eingestuft. Mit diesem Duo, Gaston Gaudio (ARG), Daviscup-Finalist Ivan Ljubicic (CRO), "Altstar" Tim Henman (GBR) oder Tommy Haas (GER) blickt der Turnierboss dennoch auf ein starkes Feld.

Österreichs Hoffnungen liegen bei Melzer
Wie jedes Jahr hofft Tennis-Österreich auch auf Erfolge von Jürgen Melzer, Stefan Koubek und Co. Das Co. betrifft Oliver Marach, der wie Koubek nur dank einer Wild Card im Hauptbewerb steht. "Einem Melzer kann man, wenn er einen Lauf hat, alles zutrauen. Beim Stefan ist es derzeit halt auch eine Kopfsache", weiß Feigl, der sich einen der Beiden im Viertelfinale wünschen würde, damit Österreich auch im Finish des Turniers noch vertreten ist. Doch da wird auch einiges von der Auslosung am Samstag (11:00 Uhr) abhängen.

Das Turnier ist heuer übrigens um fast 120.000 Euro geringer dotiert als im Vorjahr, die ATP hat einem Ansuchen der Veranstalter stattgegeben. Der Sieger darf sich dennoch über einen Scheck in Höhe von 108.600 Euro freuen. (apa/red)

7.10.2005 11:54