Wahlempfehlung vom Staatsoperndirektor: Holender wird in Wien die Grünen wählen!
- SPÖ-Kritik: "Holender wählt eigene Abschaffung"
- Grüne zeigen sich über "Wahlempfehlung" erfreut
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Staatsoperndirektor Ioan Holender sorgte mit einer Wahl-Empfehlung für die Wiener Landtagswahl für Aufregung. Er werde trotz hoher Schätzung für Bürgermeister Michael Häupl (S) "sicher nicht die Roten", sondern Grün wählen, weil er einerseits eine "Absolute" für die SPÖ für schlecht hielte, andererseits wegen der "Wahnsinnstaten" in der Kulturpolitik.
Konkret nannte Holender die 10 Mio. Euro, die im Rahmen des Mozartjahres an US-Regisseur Peter Sellars vergeben wurden, "ohne zu wissen, was damit passiert." Auch die Wiener Festwochen kritisierte Holender.
SPÖ: "Holender wählt eigene Abschaffung"
Nach dem Bekenntnis von Staatsoperndirektor Ioan Holender in der ORF-Pressestunde, bei der kommenden Wiener Wahl "Grün" wählen zu wollen, warf ihm die Wiener SPÖ vor, entweder "das Wahlprogramm der Grünen nicht gelesen" zu haben oder "bewusst die Abschaffung seiner eigenen Institution wählen" zu wollen.
Denn "Holender scheint zu übersehen, dass sich die Grünen immer wieder massiv gegen Einrichtungen wie die Wiener Staatsoper wenden, und damit auch bewusst die kulturelle Vielfalt in Wien leugnen", so der Kultursprecher der Wiener SPÖ, Ernst Woller, in einer Aussendung.
Auch Kritik an den Gehältern bei den Wiener Festwochen sowie am US-Regisseur Peter Sellars weist Woller zurück. Die Festwochen-Gehälter liegen "jedenfalls weit unter den höchsten Gehältern der Bundestheater", so Woller. Sellars habe "ein hochinteressantes international vernetztes Programm für sein Festival vorgelegt, dass das Wiener Kulturleben um nachhaltige Projekte bereichern wird."
Holender hatte zuvor in der ORF-Pressestunde von "Wahnsinnstaten" in der Wiener Kulturpolitik gesprochen und insbesondere Sellars und die Festwochen angegriffen.
Grüne erfreut über "Wahlempfehlung"
"Erfreut" reagierten die Wiener Grünen über die "Wahlempfehlung" von Staatsoperndirektor Ioan Holender. In Richtung SPÖ, die Holender bezichtigte, eventuell das Grüne Wahlprogramm nicht gelesen zu haben, meinte die Kultursprecherin der Wiener Grünen Marie Ringler in einer Aussendung: "Wir kritisieren die Großmannssucht der Wiener SP im Bereich der Kulturpolitik, statt permanter Eventkultur sollten zeitgenössische Projekte verstärkt gefördert werden. Der SP sei in diesem Sinne dringend die Lektüre des Grünen Kulturprogramms empfohlen". (apa/red)
