Weiter Spekulationen um Schröders Rolle: Union würde ihn als Vizekanzler akzeptieren
- Konservative SPD-Kreise beharren auf Kanzleramt
- Westerwelle: "Gebe großer Koalition keine vier Jahre"
·CDU erkauft sich die Kanzlerschaft teuer
SPD bekommt 8 Minister- posten, die Union nur 6
·Erst-Zugriffsrecht für
SPD statt Kanzleramt?
Merkel-Vize Wolf kann sich damit anfreunden
·Deutschland: Große Koalition bevorzugt!
Mehrheit der Deutschen wollen SPD-CDU-Arbeit!
In Deutschland sind Union und SPD bei ihrem Spitzentreffen am Donnerstag nach Medienberichten einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, haben sich Kanzler Schröder und SPD-Chef Müntefering hinsichtlich der Zusammensetzung der neuen Bundesregierung mit den Vorsitzenden von CDU und CSU, Merkel und Stoiber, darauf verständigen können, dass beide Lager in einer großen Koalition mit gleicher Kopfzahl am Kabinettstisch vertreten sein sollen.
Da die Union für sich den Bundeskanzler und das Amt des Kanzleramtsministers reklamiere, laufe die Regelung darauf hinaus, dass die SPD zwei Fachministerien mehr besetzen könne als die Union. Beide Seiten stimmten überein, das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit wieder in zwei Ressorts aufzuteilen.
Das Münchner Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet unter Berufung auf Unionskreise, CDU/CSU hätten der SPD acht Ministerposten angeboten - damit wären beide Seiten gleich stark. Leiter des Kanzleramts solle CDU-Generalsekretär Volker Kauder werden. Für die CSU werde deren Vize-Vorsitzender, Ex-Gesundheitsminister Horst Seehofer, in die Bundesregierung eintreten.
Am Sonntagabend wollen Union und SPD die Regierungszusammensetzung endgültig klären. In Zeitungsberichten hatte es geheißen, dass mit einer Art "Erst-Zugriffsrecht" für die SPD auf die Ministerien der Verlust der Ämter des Bundeskanzlers und des Bundestagspräsidenten ausgeglichen werden könnte. Demnach hätte die SPD das erste Auswahlrecht für Ressorts. Die SPD soll auch eine "Wohlverhaltensklausel" der Unions-Ministerpräsidenten gegenüber der Bundesregierung fordern.(apa/red)
