Mehrheit der Deutschen für Große Koalition:
53 Prozent für gleichberechtigte Gespräche!
- 68 Prozent für Merz in einer Regierungsfunktion
- Nur 35 Prozent glauben an gute Arbeit von Stoiber
Die Mehrheit der Deutschen hält eine Große Koalition für das beste Bündnis für Deutschland und wünscht sich Verhandlungen zwischen Union und SPD auf gleicher Augenhöhe. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend gaben 52 Prozent der Befragten an, sie hielten ein Bündnis der beiden Volksparteien für die beste Konstellation vor allen anderen Möglichkeiten.
53 Prozent werteten den Unterschied zwischen Union und SPD als so gering, dass beide gleichberechtigt miteinander verhandeln sollten. 44 Prozent vertraten dagegen die Ansicht, die Union habe einen klaren Führungsauftrag.
41 Prozent der Bürger votierten dafür, der amtierende deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder solle seinen Anspruch auf die Kanzlerschaft aufgeben. Von den SPD-Anhängern sehen dies allerdings nur 16 Prozent so, bei der Union 79 Prozent. Nur 16 Prozent der Deutschen finden dagegen, CDU-Chefin Angela Merkel sollte auf das Kanzleramt verzichten. 39 Prozent würden einen Verzicht beider Kandidaten begrüßen. Bei einer direkten Wahl des Bundeskanzlers würde Schröder allerdings mit 46 Prozent weiterhin deutlich mehr Stimmen auf sich vereinen als Merkel (36 Prozent).
Wulff beliebtester "Notfallskanzler"
Falls beide Politiker auf die Kanzlerschaft verzichten würden, sähen die Deutschen am liebsten den CDU-Ministerpräsidenten des deutschen Bundeslandes Niedersachsen, Christian Wulff (18 Prozent), als Kanzler, gefolgt von SPD-Chef Franz Müntefering mit elf Prozent. Mit Abstand dahinter liegen CDU-Finanzexperte Friedrich Merz und CSU-Chef Edmund Stoiber mit je sechs Prozent.
Von den möglichen Mitgliedern im Kabinett einer Großen Koalition trauen die Deutschen am meisten Merz zu. 68 Prozent vertraten die Ansicht, der Finanzpolitiker würde eine gute Arbeit als Minister machen. 65 Prozent denken dies von Wulff, 63 Prozent vom CSU-Sozialexperten Horst Seehofer und 60 Prozent von Unions-Fraktionsvize Wolfgang Schäuble. Von Stoiber erwarten hingegen nur 35 Prozent der Deutschen, dass er eine gute Arbeit als Minister machen würde.
Von den SPD-Politikern trauen die Deutschen Innenminister Otto Schily zu 61 Prozent eine gute Arbeit in einem schwarz-roten Bündnis zu, 59 Prozent erwarten dies von Verteidigungsminister Peter Struck, 55 Prozent von Müntefering und 52 Prozent von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement.
In der Sonntagsfrage des ARD-Deutschlandtrends kommen die politischen Parteien unterdessen in etwa auf das gleiche Ergebnis wie bei der Wahl vor zweieinhalb Wochen. Für die SPD sprachen sich 34 Prozent der Bürger aus, die Union verbesserte sich leicht auf 36 Prozent. Grüne und FDP blieben fast unverändert bei acht beziehungsweise zehn Prozent.
(apa)
