Sonntag, 9. Oktober 2005

Gefährliches Virus breitet sich aus: Bub in Indonesien an Vogelgrippe erkrankt

  • Virus auch in der Türkei: 2.000 Puten verendet

In Indonesien ist ein vierjähriger Junge nach Angaben des Gesundheitsministeriums positiv auf Vogelgrippe getestet worden. Sollte der Befund in einem zweiten Test bestätigt werden, wäre es der sechste Fall einer Vogelgrippen-Erkrankung bei einem Menschen in Indonesien. Seit Juli sind bereits vier Indonesier an Vogelgrippe gestorben.

Ein erster Test habe ergeben, dass der von der Insel Sumatra stammende Bub mit dem für den Menschen gefährlichen Virus H5N1 befallen sei, teilte das Ministerium weiter mit. Ihm gehe es gut, er habe die Symptome einer Erkältung. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) fürchtet seit langem, dass ein mutierter Vogelgrippen-Virus menschliche Übertragungswege suchen und so eine weltweite Epidemie auslösen könnte. In Asien starben seit Ende 2003 insgesamt 64 Menschen an Vogelgrippe

Das Vogelgrippen-Virus hat zuletzt nach Rumänien auch die Türkei erreicht. Unklar war jedoch zunächst, ob es sich um den Virus H5N1 handelte. In der Nähe eines Vogelschutzgebietes im Nordwesten der Türkei verendeten knapp 2.000 Puten. Das Landwirtschaftsministerium erklärte, dass es sich um Vogelgrippe handelt und die Krankheit durch Zugvögel aus dem Ural eingeschleppt wurde.

Die Zugvögel machen auf ihrem Weg nach Afrika Station an dem in der Provinz Balikesir gelegenen Manyas-See. Die verendeten Puten seien im Freiland gehalten wurden. "Leider haben wir jetzt auch die Vogelgrippe", sagte der türkische Landwirtschaftsminister Mehdi Eker. "Aber alles ist unter Kontrolle. Es wurden alle Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung der Geflügelseuche zu verhindern."(apa)

9.10.2005 11:39