Vogelgrippe hat nun auch Europa erreicht: Virus in rumänischem Donau-Delta entdeckt
- Grippeimpfungen der Bevölkerung angelaufen
- Türkei: 2.000 Puten an Vogelgrippe gestorben
·GRAFIK: Ausdehnung Vogelgrippe in Türkei
Bereits fünf Auftreten in beliebtem Urlaubsland
Nach Rumänien hat am Samstag auch die Türkei mehrere Fälle von Vogelgrippe gemeldet. Der Fernsehsender CNN-Turk berichtete unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium, im Nordwesten des Landes seien etwa 2.000 Vögel daran gestorben. In Rumänien wurde auch ein tot aufgefundener Schwan in der Hafenstadt Constanta am Schwarzen Meer positiv auf Vogelgrippe getestet. Unklar blieb, ob die Tiere an dem gefährlichen Virus H5N1 verendeten, der in Asien bereits mehr als 60 Menschen das Leben kostete.
Nach den am Freitag bekannt gewordenen drei Fällen von Vogelgrippe in Rumänien stellten die Behörden das Donau-Delta unter Quarantäne begannen mit Grippeimpfungen der Bevölkerung. Aus Angst vor einer Ausbreitung der Krankheit wurden im Osten des Landes hunderte Vögel getötet.
Türkei: Laut Minister "alles unter Kontrolle"
Der türkische Landwirtschaftsminister Mehdi Eker erklärte laut CNN-Turk, die Behörden hätten alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit sich die Vogelgrippe nicht weiter ausbreite. "Alles ist unter Kontrolle", wurde der Minister zitiert. Dem Fernsehsender zufolge starben die Tiere in einem Dorf nahe Balikesir. Die lokalen Behörden hätten dort einen Stopp aller Tiertransporte angeordnet.
Deutschland erwägt Maßnahmen
Die deutsche Bundesregierung erwägt in der Zwischenzeit eine Eilverordnung. "Sobald die Risikobeurteilung der Experten vorliegt, kann die Eilverordnung in Kraft treten, die vorsieht, sämtliches Freiluftgefieder in die Ställe zu bringen", sagte der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Berlin, Niklas Schulze-Icking.
In einem weiteren Schritt sei die Europäische Union am Zuge, die Import-Export-Regelungen zu überprüfen. "Wir stehen vor dem Szenario, auf das sich alle Mitgliedstaaten hoffentlich gut vorbereitet haben", sagte Schulze-Icking den "Stuttgarter Nachrichten".
Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf rechnet damit, dass noch an diesem Wochenende die Ergebnisse der Untersuchung durch das Referenzlabor der Europäischen Union in Großbritannien vorliegen. Dort wird geprüft, ob die drei Enten aus Rumänien an dem gefährlichen Virus H5N1 starben.
Rumänien: Menschen werden geimpft
Im Osten Rumäniens seien in den vergangenen Tagen im Bezirk Tulcea, der das Donau-Delta umfasst, 460 Hennen, Enten, Schwäne, Truthähne und Gänse entweder tot aufgefunden oder gekeult worden, erklärten die rumänischen Gesundheitsbehörden am Samstag. Neue Fälle der Vogelgrippe seien nicht entdeckt worden. In der betroffenen Region wurden bereits 730 Menschen gegen Grippe geimpft. Das Gesundheitsministerium schickte mehr als 100.000 Dosen Impfstoff in das Gebiet, um die Bewohner zumindest gegen die menschliche Grippe zu schützen.
Die Enten wurden in September in der Ortschaft Ceamurlia in der Nähe des Schwarzen Meers entdeckt, wie die Behörden erklärten. Ein Labor in Bukarest fand Antikörper gegen die Vogelgrippe in den Proben der Tiere.
(apa)
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