Samstag, 8. Oktober 2005

UNO: Vereinte Nationen wählten fünf
neue Mitglieder in den Sicherheitsrat

  • Kongo, Ghana, Peru, Katar und die Slowakei

Die Republik Kongo, Ghana, Peru, Katar und die Slowakei werden für die nächsten zwei Jahre im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten sein. Vier der fünf Länder wurden am Montag ohne Gegenstimmen in das UN-Gremium gewählt. Allein Peru konkurrierte um den für lateinamerikanische und Karibik-Staaten vorgesehenen Sitz mit Nicaragua, setzte sich jedoch bei der Wahl mit 114 zu 43 Stimmen durch.

Die neuen Mitglieder werden zum 1. Jänner die Sitze in dem mächtigsten Gremium der UNO übernehmen. Sie treten damit die Nachfolge von Algerien, Benin, Brasilien, den Philippinen und Rumänien an. Der Sicherheitsrat, der unter anderem Entscheidungen zur Friedenssicherung treffen und Sanktionen gegen Staaten verhängen kann, verfügt über fünf ständige Mitglieder: Großbritannien, China, Frankreich, Russland und die USA. Die anderen zehn Sitze werden von den 191 Mitgliedern der Organisation für zwei Jahre per Wahl vergeben. Argentinien, Dänemark, Griechenland, Japan und Tansania werden dem Rat noch bis 2007 angehören. Sie sind seit Jahresbeginn in dem Gremium vertreten.

Der amerikanische UNO-Botschafter John Bolton spricht unterdessen bereits öffentlich über die Nachfolge von UN-Generalsekretär Kofi Annan. Er rief am Montag in New York alle Interessenten für den Posten zur Kandidatur auf. "Was wir gerne sehen würden, wäre, wenn sich so viele potenzielle Kandidaten wie möglich melden würden, so dass wir aus einem großen Spektrum auswählen können", sagte Bolton. Annans Amtszeit endet im Dezember 2006. Bis dahin sei es aber gar nicht mehr so lange, sagte Bolton. Die US-Regierung von Präsident George W. Bush soll es Annan sehr verübelt haben, dass dieser den Irakkrieg als "illegal" bezeichnet hat.

Nach einer ungeschriebenen Regel bei den Vereinten Nationen stellt abwechselnd jeder Kontinent einmal den Generalsekretär. Danach wäre als nächstes Asien an der Reihe. Bolton lehnte dies aber ab: "Wir sind nicht der Meinung, dass der nächste Generalsekretär irgendeiner bestimmten Region gehört", sagte er. Die USA hätten dieses Prinzip nie anerkannt. Er wies darauf hin, dass es auch Spekulationen über Kandidaten aus Osteuropa gebe. Manche Länder und manche Leute hätten ihm gegenüber bereits ihr Interesse deutlich gemacht.

(apa)

8.10.2005 10:01