Vertreibung aus Exklave: Weitere 140 Flüchtlinge aus Melilla in Wüste ausgesetzt
- Lager überfüllt: Mehr als 1.000 Menschen
·Tote am Grenzzaun zu spanischer Enklave
Marokkanische Soldaten erschießen 6 Flüchtlinge
·Massenansturm auf spanische Exklave
1.000 Menschen wollten Grenzzaun überwinden
Spanien will im Laufe des Sonntag eine weitere Gruppe von 140 afrikanischen Einwanderern aus seiner Exklave Melilla in Marokko abschieben. Das wurde von Seiten der Polizei in Melilla bekannt. Am Samstag waren bereits hundert Flüchtlinge von dort nach Spanien geflogen worden. In dem für 400 Menschen ausgerichteten Auffanglager in Melilla waren in den vergangenen Tagen mehr als tausend Menschen untergebracht, die über den Sperrzaun rings um die Exklave auf spanisches Territorium vorgedrungen waren.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Prodein bleiben die abgeschobenen Flüchtlinge etwa 30 Tage in einer Aufnahmestation in Spanien, bevor sie von dort in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Prodein-Chef José Palazón kritisierte die Behandlung der illegalen Einwanderer durch die spanischen Behörden. "Sie sagen ihnen nichts und behandeln sie wie Hühner", sagte Palazón.
In den vergangenen Wochen hatten hunderte Flüchtlinge die Sperrzäune um die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta im Norden von Marokko überquert. Spanien hatte daraufhin mit deren Abschiebung begonnen und sich auf ein Abkommen mit Marokko aus dem Jahr 1992 berufen.(apa/red)
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