Freitag, 7. Oktober 2005

16 tote Altenheimbewohner: Rätsel um mysteriöse Lungenkrankheit ist gelöst

  • Heim-Bewohner starben an der Legionärskrankheit

Das Rätsel um eine mysteriöse Atemwegserkrankung in einem Altersheim in der kanadischen Provinz Ontario ist vermutlich gelöst: Die 16 gestorbenen Heimbewohner sind höchstwahrscheinlich der Legionärskrankheit zum Opfer gefallen, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Die Krankheit breite sich derzeit nicht mehr aus, neue Todesfälle gebe es keine.

Zunächst waren die Mediziner von einem bisher unbekannten Erkältungsvirus ausgegangen. Legionärskrankheit als Todesursache wurde anfangs ausgeschlossen, doch kamen die Behörden jetzt nach der Auswertung der Autopsien der Toten zu einem anderen Schluss.

Die Legionärskrankheit ist eine der Lungenentzündung ähnliche Erkrankung der Atemwege, die hohes Fieber, Schüttelfrost und Husten verursacht. Betroffenen klagen manchmal auch über Gelenkschmerzen, Kopfweh und Durchfall. Die Krankheit wird durch Bakterien in verseuchtem Wasser oder Dämpfen übertragen. Die Krankheit kann jeden treffen, ältere Menschen und chronisch Lungenkranke sind jedoch am stärksten gefährdet. Bei Nichtbehandlung führt die Krankheit in etwa 15 bis 20 Prozent zum Tode.

Ihren Namen haben Krankheit und Erreger von ihrem ersten bekannten Auftreten 1976 in einem Hotel in Philadelphia im US-Staat Pennsylvania. Damals erkrankten 221 Teilnehmer eines Veteranentreffens der US-Streitkräfte, der American Legion.

Die Gesundheitsbehörden in Toronto hatten hatten vor einer etwaigen Parallele zur Lungenkrankheit SARS gewarnt, der im Jahre 2003 weltweit 774 Menschen zum Opfer fielen, zumeist in Asien. Die Seuche wurde seinerzeit auch nach Ontario eingeschleppt und kostete dort 44 Menschenleben. (apa)

7.10.2005 07:42