New York zittert vor neuem Terror: Bahnhof
wegen Bombenalarms teilweise geschlossen
- "Verdächtiges Paket" entdeckt - Hohe Polizeipräsenz
- Auch Washington Monument kurzfristig abgesperrt
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"Rückzug wäre historischer Sieg für Terroristen"
Terroristen im Irak haben nach Angaben des New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg möglicherweise Bombenanschläge auf die U-Bahn der US-Metropole geplant. Ihm läge ein entsprechender Hinweis vor, sagte Bloomberg auf einer Pressekonferenz. Er räumte ein, die Warnung schon vor Tagen erhalten zu haben. Um die Militäraktion gegen die mutmaßliche Terrorzelle im Irak nicht zu stören, habe er die Benachrichtigung der Bevölkerung hinausgezögert. Auch das Washington Monument im Zentrum der US-Hauptstadt ist am Freitag nach einem Bombenalarm kurzzeitig abgesperrt worden.
Die New Yorker waren am Donnerstagabend vor drohenden Anschlägen auf die U-Bahn gewarnt worden. Zugleich wurden die Sicherheitsmaßnahmen erheblich verschärft. Unterdessen sorgte der Fund einer verdächtigen Substanz auf einem wichtigen U- Bahnhof für Aufregung.
Bloomberg bestätigte, dass inzwischen mehrere Männer im Zusammenhang mit den Anschlagsplanungen im Irak festgenommen wurden. Nach einem Bericht der "New York Times" hatten sich diese Männer angeblich mit weiteren Terroristen in New York treffen wollen. Eine Gruppe von insgesamt 20 Personen habe geplant, Bomben in Kinderwagen, Aktentaschen und Paketen zu verstecken und sie an verschiedenen Orten der U-Bahn zu zünden. Der Zeitung zufolge waren die Anschläge angeblich für Ende dieser Woche oder Mitte des Monats geplant gewesen.
Die Informationen seien den Behörden bereits seit einigen Tagen bekannt, konnten jedoch bisher nicht bestätigt werden, sagte Bloomberg. Deshalb bleibe die Acht-Millionen-Stadt auch zunächst bei der zweithöchsten Terroralarmstufe Orange.
Bombenalarm am Bahnhof in New York
Nach dem Fund einer verdächtigen Substanz im Fern- und U-Bahnhof Pennsylvania (Penn) Station löste die Polizei am Freitag vorübergehend Terroralarm aus. Beamte riegelten Teile des Bahnhofs ab, während Experten in gelben Schutzanzügen und Atemmasken die Substanz untersuchten. New Yorks Polizeichef Raymond Kelly sagte später vor Journalisten, dass es sich bei der Flüssigkeit wahrscheinlich um eine Säure handle. Es sei "offenbar ein Streich" gewesen.
Darüber hinaus seien Polizisten während des morgendlichen Berufsverkehrs einem verdächtig aussehenden Päckchen auf den Grund gegangen. "Es erwies sich als Abfall", berichtete Kelly auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bloomberg. Der Polizeichef hob hervor, dass Reisende und Pendler zu keiner Zeit in Gefahr gewesen seien. Es sei auch gelungen, den Verkehr aufrechtzuerhalten. Die Penn Station ist der verkehrsreichste Bahnhof der USA. Pro Werktag steigen an dem Knotenpunkt mehrerer Bahnlinien etwa 600.000 Fahrgäste um.
Richtungsstreit bei der Al Kaida?
Unterdessen wurde in Washington ein Strategie-Papier der Terrorgruppe Al-Kaida bekannt, in dem der Stellvertreter von Terrorführer Osama bin Laden, Ayman al-Zawahiri sich um schwindende Folgschaft sorgt. Selbstmordanschläge, bei denen moslemische Zivilisten ums Leben kämen, und die Ermordung von Geiseln könnten die Massen eher befremden, schrieb Zawahiri an den Al-Kaida-Chef im Irak, Abu Mussab al-Zarqawi. Der Brief war dem amerikanischen Geheimdienst nach Angaben des Pentagon im Sommer in die Hände gefallen. Die Behörden seien sicher, dass das Schreiben echt ist. Nach Medienberichten wurde der Brief wenige Tage nach den Terroranschlägen von London verfasst.
Zawahiri räume in dem Brief finanzielle Schwierigkeiten des Terrornetzwerks ein und Sorge über eine Niederlage in Afghanistan. Das Pentagon veröffentlichte nur übersetzte Auszüge aus dem Schreiben. Darin werde auch eine Strategie für die Schaffung eines Gottesstaates entworfen. (apa/red)
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