Donnerstag, 6. Oktober 2005

US-Präsident Bush: Drei Anschlagsversuche in USA wurden seit 11. September vereitelt

  • Mindestens sieben weitere weltweit verhindert
  • US-Präsident verschärft Druck auf Iran und Syrien

Seit den Anschlägen des 11. September 2001 sind nach Angaben von US-Präsident George W. Bush drei weitere terroristische Angriffsversuche in den Vereinigten Staaten vereitelt worden. Bush sagte am Donnerstag in einer Grundsatzrede in Washington, außerdem seien seither mindestens sieben weitere Terrorattacken in anderen Teilen der Welt verhindert worden. Bush nannte keine Details zu diesen Anschlagsplänen der vergangenen Jahre.

Bush bestritt zugleich, dass der islamistische Terrorismus durch die US-geführte Invasion im Irak neuen Auftrieb erhalten habe. Er wolle daran erinneren, dass die USA noch nicht im Irak präsent gewesen seien, als sie am 11. September 2001 vom Terrornetzwerk Al Kaida angegriffen worden seien. "Der Hass der Radikalen hat existiert, bevor der Irak ein Thema war, und er wird noch existieren, wenn der Irak keine Ausrede mehr darstellt", betonte der US-Präsident.

Iran und Syrien Mitschuld an Terror?
Zugleich hat Bush den Druck auf Syrien und den Iran verschärft und ihnen Mitschuld an Terroranschlägen in aller Welt vorgeworfen. Bush warnte am Donnerstag in Washington, radikale Islamisten versuchten, wie die Taliban in Afghanistan, im Irak die Oberhand zu gewinnen. Militante Kräfte wollten ein radikales islamisches Reich von Spanien bis Indonesien schaffen und müssten gestoppt werden.

Bush warnte Syrien und den Iran so deutlich wie selten zuvor vor amerikanischen Repressalien. "Staaten wie Syrien und der Iran haben eine lange Geschichte der Unterstützung von Terroristen und verdienen keine Geduld von den Opfern des Terrors", sagte Bush. "Die USA machen keinen Unterschied zwischen denen, die Terroranschläge begehen und denen, die Terroristen unterstützen und beherbergen, weil sie genauso des Mordes schuldig sind." Wer sich mit dem Terror verbünde, sei ein Feind der Zivilisation. "Diese Regime müssen zur Verantwortung gezogen werden", verlangte Bush.

Der Irak sei die zentrale Front im Kampf gegen die Terroristen, sagte Bush. Radikale Kräfte hätten in der Vergangenheit versucht, Ägypten, Saudiarabien, Pakistan und Jordanien einzunehmen. In Afghanistan sei ihnen das zeitweise gelungen. "Nun haben sie ihr Augenmerk auf den Irak gerichtet", sagte Bush. "Die Terroristen betrachten den Irak als zentrale Front in ihrem Krieg gegen die Menschheit, und wir müssen den Irak als zentrale Front im Krieg gegen den Terror sehen."

Bush wies die Argumentation zurück, amerikanisches Verhalten habe die Extremisten angestachelt. "Lassen Sie mich in Erinnerung rufen: Wir waren am 11. September 2001 nicht im Irak, und Al Kaida hat uns trotzdem angegriffen", sagte Bush. "Wir haben die Wut der Killer nicht heraufbeschworen und kein Zugeständnis, keine Bestechungssumme oder Beschwichtigung würden ihre Mordpläne ändern."

Er kündigte die Fortsetzung des Kampfes gegen den Terrorismus bis zu einem "vollständigen Sieg" an. Der weltweiten "Kampagne der Angst" der Terroristen setzten die USA eine weltweite "Kampagne der Freiheit" entgegen. "Die Freiheit wird attackiert von Feinden, die entschlossen sind, Generationen demokratischer Fortschritte zurückzufahren", sagte Bush. "Wir werden dieser tödlichen Gefahr für die Menschheit begegnen."

Der islamischen Radikalismus sei die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts. Keine Zuständnisse und kein Nachgeben könnten Terroristen ändern oder deren Tempo reduzieren. Ziel der radikalen Islamisten sei es, ein islamisches Imperium von Spanien bis Indonesien aufzubauen. Die USA würden nicht eher ruhen, bis die Terrornetzwerke zerschlagen, die Führer festgenommen und ein vollständiger Sieg über den Terrorismus erreicht worden sei. "Wir werden nie zurückstecken, nie nachgeben und nie etwas anderes als den vollen Sieg akzeptieren", sagte Bush.

"Die Samen der Freiheit sind erst vor kurzem im Irak gesät worden", sagte Bush. "Aber die Demokratie ist, wenn sie wächst, keine zerbrechliche Blume sondern ein gesunder, stämmiger Baum."

(apa)

6.10.2005 17:59