Rechtsskandal im Irak: Zweierlei Maß bei Verfolgung von Straftaten von US-Soldaten
- Vergehen gegnüber Irakern werden selten angeklagt
- 44 Prozent der Fälle werden abgewiesen
Die Verfolgung von Straftaten amerikanischer Soldaten im Irak hängt laut einem Zeitungsbericht stark von der Nationalität der Opfer ab. Vergehen gegenüber Irakern würden weitaus seltener zur Anklage gebracht als solche gegenüber anderen Soldaten oder Beschäftigten der Streitkräfte, berichtete die Zeitung "Dayton Daily News" am Montag unter Berufung auf Daten der US-Streitkräfte.
Vorwürfe, die von Irakern erhoben würden oder sich auf irakische Opfer bezögen, würden in 44 Prozent der Fälle abgewiesen oder nicht zur Anklage gebracht. Bei Vorwürfen aus den eigenen Reihen stellten die US-Streitkräfte dagegen nur 15 Prozent der Ermittlungsverfahren ein. Insgesamt seien in der Zeit seit Kriegsbeginn im März 2003 bis Ende des vergangenen Jahres 226 im Irak eingesetzte US-Soldaten formal beschuldigt worden. Ihnen wurden 1.038 Einzelvergehen vorgeworfen, nur zehn Prozent der Anschuldigungen bezogen sich auf irakische Opfer.(apa/red)
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