Nach Bombenterror mit 22 Todesopfern auf Bali: Polizei verhört zwei Verdächtige
- Suche nach führenden Jemaah-Islamiyah-Mitgliedern
- Australien warnt Touristen vor weiteren Anschlägen
·Bombenterror auf
Bali fordert 22 Tote
Polizei fahndet nach Komplizen der Attentäter
·BILDER: Amateur filmte Bali-Attentäter
Selbstmordbomber betritt
Restaurant mit Rucksack
Nach den Selbstmordanschlägen auf der Ferieninsel Bali hat die indonesische Polizei ihre landesweite Fahndung nach den Drahtziehern intensiviert und Dutzende von Menschen verhört. Verhaftungen seien noch nicht erfolgt, teilten die Behörden am Dienstag mit. Insbesondere werde nach zwei führenden Mitgliedern der islamistischen Extremistengruppe Jemaah Islamiyah mit Verbindungen zu Al-Kaida gesucht, hieß es.
Die Ermittler machen die Gruppe nicht nur für die Anschläge vom vergangenen Wochenende verantwortlich, bei denen nach Krankenhausangaben 22 Menschen getötet und 135 weitere verletzt wurden. Die Extremisten werden auch hinter den Bombenattentaten auf Bali im Jahr 2002 vermutet. Damals starben mehr als 200 Menschen.
"Es gibt Fortschritte", sagte der örtliche Polizeichef Made Mangku Pastika vor Journalisten. In den vergangenen Tagen seien unter anderen zwei Ausländer wegen mutmaßlicher Verwicklungen in die Anschläge vom Samstag befragt worden. Nähere Angaben zu den beiden Verdächtigen machte er nicht. Ein Polizeisprecher zeigte sich dagegen weniger zuversichtlich. "Alles, was wir bisher haben, sind 39 Zeugen." In Indonesien darf die Polizei Verdächtige für einige Tage zur Befragung festhalten, ohne konkrete Anschuldigungen vorzubringen. Die Suche konzentriere sich nun auf die beiden Malaysier Azahari bin Husin und Noordin M. Top, die führende Extremisten in der Region seien, fügte der Polizeisprecher hinzu. Die koordinierten Zündungen und die ausgewählten Anschlagsorte deuteten darauf hin, dass die Anschläge sehr gut vorbereitet gewesen seien. Zwei der Bomben waren unter den Besuchern von zwei Fischrestaurants am Strand von Jimbaran hochgegangen, die dritte in einem Steak-Restaurant in Kuta Beach.
Australien hat seine Reisewarnung für Indonesien verschärft. Weitere Bombenexplosionen auf der indonesischen Urlaubsinsel seien nicht auszuschließen, warnte das Außenamt in Canberra am Dienstag. Es gebe Medienberichte über weitere Bombendrohungen für die Insel; besonders Seminyak sei "als mögliches Ziel für Terroranschläge" genannt worden. Zum Zeitpunkt der Explosionen am Samstagabend urlaubten zwischen 5000 und 7000 Australier auf Bali. Unter den Toten sind vermutlich vier Australier.
Der australische Außenminister Alexander Downer forderte in Canberra, die "Suche nach den Übeltätern" müsse vorangetrieben werden. "Man braucht nicht viele Leute, um weitreichendes Chaos zu stiften und viele Menschen zu treffen." Australiens Premier John Howard sagte, es gebe zwar derzeit keinen Beweis dafür, dass Jemaah Islamiyah für die Angriffe verantwortlich sei. Aber die Bombenanschläge seien dem Vorgehen der Gruppe in mancher Hinsicht ähnlich.
(apa/red)
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