Physik-Nobelpreis an USA und Deutschland:
Für die Forschung über optische Phänomene
- Eine Hälfte an US-Glauber, 2. Hälfte an Hall & Hänsch
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Für Arbeiten im Bereich Quantenoptik und deren Anwendung hat die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften den Nobelpreis für Physik 2005 vergeben. Die mit zehn Millionen Kronen (1,1 Mill. Euro) dotierte Auszeichnung, die am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm überreicht wird, geht heuer zur einen Hälfte an den US-Forscher Roy J. Glauber von der Harvard University, die zweite Hälfte teilen sich der US-Wissenschafter John L. Hall von der University of Colorado und der Deutsche Theodor W. Hänsch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München.
Glauber wird "für seinen Beitrag zur quantenmechanischen Theorie der optischen Kohärenz" ausgezeichnet, mit dem er den Grundstein für die Quantenoptik gelegt habe, wie das Nobel-Komitee schreibt. Hall und Hänsch erhalten ihren Teil des Preises "für ihre Beiträge zur Entwicklung der auf Laser gegründeten Präzisionsspektroskopie, einschließlich der optischen Frequenzkammtechnik".
"Hochverdient, endlich hat es geklappt", kommentierte Markus Arndt vom Institut für Experimentalphysik der Universität Wien die Zuerkennung der Auszeichnung an Hall und Hänsch. Die von den beiden Forschern entwickelte Technik der Laserspektroskopie ist mit einer optischen Uhr vergleichbar. Sie ermöglicht, sehr kurze Schwingungen etwa von Atomen exakt zu messen bzw. Naturkonstanten exakt zu überprüfen. Dadurch können etwa neue, noch genauere Atomuhren entwickelt werden. Solche Uhren verwenden Teilchen als Taktgeber, die Frequenzen von Millionen Gigahertz haben. "Auch bei optischen Kommunikationsverfahren spielen derlei Frequenzen zunehmend eine Rolle", sagte der Innsbrucker Quantenphysiker Rainer Blatt. Die Innsbrucker Physiker besitzen ein von Hänsch entwickeltes Gerät zur Frequenzmessung, das der Deutsche kommerziell vertreibt. Es ist ein vergleichsweise einfaches Gerät, 60 mal 60 Zentimeter groß.
Glauber sei "mit seinen Arbeiten zu den Kohärenzeigenschaften des Lichts der Gründungsvater der Quantenoptik", erklärte Hans Jürgen Briegel vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Akademie der Wissenschaften in Innsbruck im Gespräch mit der APA. Er habe in im Jahr 1963 erschienenen Arbeiten das theoretische Verständnis dafür geliefert, warum sich das Licht einer thermischen Lichtquelle, etwa der Sonne oder einer Glühbirne, grundlegend von jenem eines Lasers unterscheidet.
Die diesjährigen Nobelpreisträger haben auch in Richtung Österreich "ausgestrahlt": Markus Arndt war zwischen 1991 und 1994 bei Hänsch am Max Planck-Institut Doktorand. Rainer Blatt und sein Innsbrucker Kollege Peter Zoller arbeiteten Anfang der 80er-Jahre bei Hall in Boulder.
(apa/red)
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