Montag, 3. Oktober 2005

Die Wählerstromanalyse zur Steiermark-Wahl: Die ÖVP verlor diesmal direkt zur SPÖ

  • Nicht einmal jeder vierte wählte wieder freiheitlich
  • 40% der KPÖ-Wähler kamen von Schwarz und Blau

Die steirische SPÖ hat einen Rückstand von 15 Prozentpunkten auf die ÖVP aufgeholt. Möglich wurde das, weil jeder fünfte schwarze Wähler aus dem Jahr 2000 sich diesmal für ein Kreuzerl bei den Roten entschieden hat, wie die Wählerstromanalyse des Instituts SORA für den ORF zeigt. Größere Wählerströme zur SPÖ gab es auch von der FPÖ und den Nicht-Wählern.

Insgesamt hat die SPÖ knapp 290.000 Stimmen erreicht. 187.000 dieser Wähler haben schon vor fünf Jahren sozialdemokratisch abgestimmt, 66.000 kamen von der ÖVP. Aus dem freiheitlichen Lager hat die SPÖ 10.000 Wähler gewinnen können. Verloren hat die SPÖ im Gegenzug 15.000 Wähler an die ÖVP.

Für die Volkspartei machten diese 15.000 Stimmen 6 Prozent ihrer insgesamt knapp 268.000 Stimmen aus. Vier von fünf ÖVP-Wählern haben bereits vor fünf Jahren schwarz gewählt, je 6 Prozent hat die ÖVP aus dem freiheitlichen Lager und von den früheren Nicht-Wählern gewonnen.

Die KPÖ hat in allen Lagern gefischt, am meisten bei der ÖVP (9.000) und der FPÖ (8.000) sowie den Nichtwählern (9.000). In Summe machen die von Schwarz und Blau geholten Stimmen rund 40 Prozent des kommunistischen Wählerpotenzials aus. Von der SPÖ haben die Kommunisten 4.000 Wähler gewinnen können, von den Grünen haben sie 6.000 abgezogen.

Die Grünen haben aber auch 7.000 Stimmen an die SPÖ abgegeben. 9.000 Grün-Wähler des Jahres 2000 haben diesmal von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch gemacht.

Die Wähler der FPÖ schließlich haben sich "in alle Winde zerstreut", so SORA. Nicht einmal ein Viertel ihrer Wähler haben die Freiheitlichen nach der Parteispaltung behalten. Jeder fünfte FPÖ-Wähler des Jahres 2000 ist zu Hause geblieben, ebenso viele sind zur ÖVP gewechselt. Jeweils rund zehn Prozent gingen zu SPÖ und zur KPÖ. Stimmen gewonnen haben die Freiheitlichen von der ÖVP (5.000) und den Nichtwählern (3.000).

Gerhard Hirschmann, der den Einzug in den Landtag ebenfalls nicht geschafft hat, hat ein Drittel seiner 14.000 Wähler von den Freiheitlichen abgezogen. Jeder fünfte kam von der ÖVP, der er als geschäftsführender Parteiobmann einmal vorgestanden war.

Die Wähler des ebenfalls gescheiterten BZÖ kamen zur Hälfte (48 Prozent) von der FPÖ. 20 Prozent ihrer Stimmen haben die Orangen von der ÖVP gewonnen, 12 Prozent von der SPÖ.

Von den Nichtwählern des Jahres 2000 haben diesmal je 17.000 für ÖVP und SPÖ gestimmt. Umgekehrt hat die ÖVP 17.000 Stimmen an die Nichtwähler verloren. Von den früher freiheitlichen Wählern sind heuer 18.000 zu Hause geblieben. (apa/red)

3.10.2005 10:08